Wellensittiche gehören mit Abstand zu den beliebtesten Ziervögeln in Deutschland und machen einen Großteil der mehr als fünf Millionen Vögel aus, die in bundesdeutschen Haushalten in Käfigen und Volieren gehalten werden. Seit der ersten erfolgreichen Käfigzucht im Jahr 1850 ist der Siegeszug dieser Papageienart nicht mehr aufzuhalten. Grund genug für uns, den Wellensittich in einem ausführlichen Portrait vorzustellen.


Der Wellensittich ist aus deutschen Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken. Ob als Hansi oder Butchi, ob in grün, gelb oder blau – die Deutschen lieben ihren Melopsittacus undulatus, wie der Ziervogel in der Sprache der Ornithologen genannt wird.

Doch obwohl sie relativ leicht zu halten sind und hinsichtlich der täglichen Pflege keine großen Ansprüche stellen, sollte die Anschaffung von Wellensittichen gut überlegt sein. Schließlich handelt es sich um fühlende Lebewesen, die Zeit ihres Lebens – also fünf bis zehn Jahre – betreut werden müssen.

Dieser Artikel soll dir als Entscheidungshilfe dienen, ob Wellensittiche die richtigen Haustiere für dich sind. In den folgenden Zeilen erfährst du alles über das Leben der Wellensittiche in freier Wildbahn und worauf du achten musst, wenn du dir Wellensittiche anschaffen möchtest.

Die Heimat der Wellensittiche

So australisch wie das Känguru

Die Heimat der Wellensittiche ist der australische Kontinent und sie sind so australisch wie das Känguru und das Didgeridoo. In riesigen Schwärmen besiedeln sie fast das gesamte australische Festland. Lediglich im äußersten Südwesten, auf der mit tropischem Regenwald bewachsenen Halbinsel Kap York sowie in den Küstenregionen im Norden und Osten des Kontinents sieht man sie nicht. Die vereinzelten Schwärme, die auf Tasmanien beobachtet wurden, sind aus der Gefangenschaft entwischt.

Betcherrygah ist ein Nomade

Betcherrygah, wie die Aborigines, die australischen Ureinwohner, den Wellensittich nennen (was sowohl „hübscher Vogel“ als auch „schmackhafter Vogel“ bedeutet), ist ein opportunistischer Nomade. Solange die klimatischen und somit die Futterbedingungen gut sind, bleibt er als sogenannter Standvogel in der Region. In Trockenzeiten allerdings begibt er sich auf Wanderschaft und lebt ein nomadisches Leben, immer auf der Suche nach Samen von Bodendeckerpflanzen, die den Hauptbestandteil seiner Nahrung ausmachen.

Wellensittiche fliegen Kurzstrecke

Auf ihren Wanderungen fliegen Wellensittiche nicht mehr als drei Stunden und legen dabei rund 100 Kilometer zurück. Mehr lassen die mageren Fettdepots nicht zu und die Vögel müssen sich ausruhen. Haben sie sich in einer Region niedergelassen, starten sie nur hin und wieder zu kurzen Ausflügen, wobei die lauten Kontaktrufe sowie das Schlagen unzähliger Flügel eine beeindruckende Geräuschkulisse bilden.

Nahrungsspezialisten

Wellensittiche sind äußerst wählerisch, wenn es zu ihrer Ernährung kommt. Als Steppenvögel ernähren sie sich vor allem von den Samen von Bodendeckerpflanzen. Wissenschaftler haben in Kotuntersuchungen die Samen von 21 bis 39 verschiedener Bodendecker nachgewiesen, aber keinen einzigen Samen von höher wachsenden Pflanzen gefunden.

Die Schnäbel der Wellensittiche sind perfekt an die Samen- und Körnernahrung angepasst und dienen den geschickten Vögeln als Werkzeug zum Entspeizen der Samen.

Wellensittiche leben in Schwärmen von mehreren tausend Vögeln. Ihr Flugverhalten gleicht dem unserer einheimischen Stare und dient vor allem dem Schutz vor Beutegreifern, die aus der Luft angreifen.

Technische Daten

  • Klasse: Vogel (Aves)
  • Ordnung: Papagei (Psittaciformes)
  • Unterfamilie: Echte Papageien (Psittacidae)
  • Gattungsgruppe: Plattschweifsittich (Platycercini)
  • Unterfamilie: Wellensittich (Melopsittacus undulatus)

Wellensittiche sind verhältnismäßig kleine Vögel. Von der Schwanzspitze bis zum Schnabel messen sie nicht mehr als 16 bis 20 Zentimeter und bringen im Schnitt um die 30 Gramm auf die Waage. Der schmale, stark stufige Schwanz ist im Vergleich zum restlichen Körper sehr lang.

In der freien Wildbahn sind Wellensittiche vorwiegend grün, wobei der Kopf mit einer gelben Maske und schwarzen Streifen versehen sind. Links und rechts der gelben Gesichtsmaske befinden sich auf Höhe des Schnabels violette Bartflecken und je drei schwarze Kehltupfen auf beiden Seiten.

Männchen und Weibchen lassen sich aufgrund der Färbung ihrer Nasenhaut unterscheiden. Bei Männchen ist die Haut direkt auf der Nase bläulich, während sie bei Weibchen eher braun ist.

Farbschläge

Wie bereits erwähnt, sind wilde Wellensittiche grün-gelb. Es war der Mensch, der in jahrelanger Zucht und Selektion weitere Farbschläge kreiert hat, die allerdings alle auf den Grundfarben Grün, Gelb, Blau und Weiß basieren.

Heute werden Wellensittiche von den Zuchtverbänden in eine von zwei so genannten Serien eingeteilt, die blaue und die grüne Serie.

Die blaue Serie ist wie folgt unterteilt:

  • Hellblau
  • Dunkelblau
  • Mauve
  • Grau
  • Albini
  • Violett
  • Gelbgesichter

In der grünen Serie findet man folgende Abstufungen:

  • Hellgrün
  • Dunkelgrün
  • Olivgrün
  • Graugrün
  • Lutino

Wer mehr Details über die verschiedenen Farbschläge erfahren möchte, wird hier fündig.


Anschaffung, Haltung, Pflege

Bevor es detailliert um die Anschaffung, die Haltung und die Pflege von Wellensittichen geht, möchte ich eines klarstellen: Wellensittiche sind Schwarmtiere und sollten daher nicht einzeln gehalten werden. Ein Mensch kann einem Vogel einen Artgenossen nicht adäquat ersetzen.

„Aber Dan! Mein Hansi ist ganz zutraulich und fliegt sogar auf meine Schulter. Wenn das kein glücklicher Vogel ist, dann weiß ich auch nicht.“ Ja, was soll der Hansi denn auch anderes machen? Aus Mangel an Optionen werden einige Wellensittiche, die in Einzelhaft sitzen, zahm und nähern sich dem Menschen an. Sie würden aber einen Artgenossen jederzeit vorziehen.

Wenn du also schon dabei bist, such doch gleich noch einen Freund oder eine Freundin aus. Dein Vogel wird es dir danken.

Vor dem ersten Kauf von Wellensittichen

Wenn du dein Zuhause mit Wellensittichen teilen möchtest, musst du dir vorher einige Fragen ehrlich beantworten. Schließlich möchtest du dir Lebewesen ins Haus holen, die bei guter Haltung zehn Jahre alt werden können und für die du verantwortlich sein wirst.

Auch solltest du dir bewusst sein, dass Wellensittiche keine typischen Haus- oder gar Schmusetiere sind, wenn sie artgerecht gehalten werden. Solange sie einen Artgenossen um sich haben, sind wir Menschen nicht mehr als die Käfig-Putze und der Futter-Auffüller. Wellensittiche sind vor allem zum Ansehen und Anhören da.

Die Welli-Tauglichkeits-Checkliste

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du bei deinen Überlegungen an alles gedacht hast, ist die Welli-Tauglichkeits-Checkliste vielleicht eine Hilfe (Nein, das Wort steht nicht im Duden, sollte es aber!):

  • Sind alle Familienmitglieder/Mitbewohner mit der Anschaffung einverstanden und auch dazu bereit und in der Lage, im Notfall einzuspringen und die Pflege zu übernehmen?
  • Reagierst du oder ein Mitbewohner allergisch auf Staub, Federn oder Hirse? Das kann man mit einem Allergietest herausfinden.
  • Hast du genug Platz und einen geeigneten Standort für den Käfig? Wellensittiche bevorzugen es ruhig und windgeschützt, mögen keine direkte Sonneneinstrahlung und schon gar keine Küchendämpfe.
  • Hast du jemanden, der sich um die Wellensittiche kümmert, wenn du auf Reisen oder krank bist?
  • Vögel müssen fliegen. Bist du bereit, den Käfig für Freiflüge zu öffnen?
  • Auch Vögel werden krank. Bist du bereit, für Tierarztkosten und Medikamente aufzukommen?
  • Ist dir bewusst, dass der Käfig und alle Oberflächen und Gegenstände, mit denen die Vögel in Kontakt kommen, sauber gehalten werden müssen? Das bedeutet tägliche Pflege.
  • Weißt du, dass Wellensittiche auch richtig laut werden können? Während das normale Zwiegespräch unter Wellensittichen in der Regel ein leises Zwitschern ist, das man gerne hört, kann sich das im Streitfall auch schon mal zum hysterischen Kreischen entwickeln.
  • Ein Hund haart, ein Wellensittich kommt in die Mauser. Dann verteilt er überall im Haus seine Federn. Darauf solltest du mental vorbereitet sein.
  • Das Knabbern und Nagen an Gegenständen gehört zum typischen Verhalten und dient unter anderem der Pflege des Schnabels. Im günstigsten Fall begnügen sich die Wellies mit ihrem Spielzeug, das du natürlich besorgt hast. Oft kommt es aber anders…
  • Wenn du dich entschließt, einen Wellensittich in Einzelhaft zu halten, musst du dir darüber im Klaren sein, dass dein Vogel ständigen Kontakt und Zuspruch braucht und mit ständig meine ich 24 Stunden. Wenn du das nicht leisten kannst – und wer kann das schon? –, solltest du die Idee der Einzelhaft verwerfen und deinem Vogel einen Artgenossen „schenken“.
Titelbild mit drei Wellensittichen

Die Wahl des Käfigs

Noch vor dem Kauf der ersten Wellensittiche solltest du den Käfig besorgen und ihn komplett einrichten. Wenn du die Vögel kaufst, stehen diese unter enormem Stress. Nach dem Transport sollten sie daher so schnell wie möglich aus der engen Pappschachtel in den Käfig entlassen werden, wo sie zur Ruhe kommen können. Wenn du dann erst anfängst, Spielzeuge zu verteilen und Sand einzustreuen, verlängerst du die Stressperiode für die Tiere unnötig.

Die richtige Größe

Wellensittiche brauchen viel Platz. Insofern gilt die Devise: je größer, desto besser. Wenn die Tiere ihre beiden Flügel nicht ungestört ausbreiten können, ohne an Spielzeug oder die Käfigwände zu stoßen, ist der Käfig zu klein. Vergiss nicht, dass der Käfig nicht dazu dient, den Vogel aufzubewahren. Es ist sein Zuhause, sein Zufluchtsort, an dem er schläft, frisst und sich ausruht.

Daher sollte der Käfig für ein Wellensittich-Paar mindestens 100 cm lang, 50 cm breit und 80 cm hoch sein. Für jedes weitere Paar muss die Fläche um 25 Prozent vergrößert werden. Bei vier Vögeln muss die Behausung also 125 cm lang und 63 cm breit sein. Die Höhe kann hierbei außer Acht gelassen werden, da sie in aller Regel proportional zur Fläche ist.

Achte darauf, dass die Käfigtür groß genug ist. Du musst einen Vogel mit der Hand herausnehmen können, ohne dass das Tier irgendwo anstößt. Außerdem brauchst du genug Platz, um die Futter- und Wasserschalen entnehmen zu können.

Waagerechte Gitter

An mindestens zwei Seiten des Käfigs sollten die Gitterstäbe waagerecht angebracht sein, da Wellensittiche gerne klettern und an senkrecht verlaufenden Stangen keinen Halt finden würden. Achte darauf, dass die Abstände zwischen den einzelnen Stäben nicht zu klein ist, damit sich deine Vögel nicht die Füße einklemmen. Sind die Abstände zu groß, besteht die Gefahr, dass ein Vogel seinen Kopf durchsteckt und nicht mehr herausbekommt. Der optimale Abstand zwischen den einzelnen Stäben beträgt 12 mm.

Das richtige Material

Die Gitterstäbe des Käfigs sollten aus rostfreiem Material und am besten matt verchromt sein. Vergoldete oder chromglänzende Käfige mögen zwar für den einen oder anderen schöner sein, eignen sich aber nicht wirklich für Vögel. Ideal sind Gitter, die mit einer Schicht aus Epoxydharz bedeckt sind, da sich diese einfach reinigen lässt.

Auf keinen Fall dürfen die Gitterstäbe mit Kunststoff beschichtet sein, da die Wellensittiche diesen im Handumdrehen abknabbern und sich den Bauch mit kleinen Plastikschnipseln füllen. Auch solltest du darauf achten, dass keine spitzen Drähte überstehen. Selbst kleinste Verletzungen können bei Wellensittichen zum Verbluten führen.

Die Bodenschale

Die Bodenschale des Käfigs sollte aus stabilem, hitzebeständigem Kunststoff bestehen. Dieser lässt sich auch mit heißem Wasser reinigen, was in regelmäßigen Abständen nötig wird. Wenn du es dir ein wenig leichter machen willst, achte darauf, einen Käfig zu kaufen, bei dem die Bodenschale als Schublade installiert ist. Damit wird die Reinigung und der Wechsel des Sandes zum Kinderspiel.

Wellensittiche sind keine Hubschrauber

Von runden Käfigen solltest du Abstand nehmen. Diese sind zwar meistens hoch, aber nicht ausreichend lang, um dem Wellensittich das Fliegen zu ermöglichen. Entscheidend beim Käfigkauf ist immer die Länge, nicht die Höhe. Wellensittiche sind nun mal keine Hubschrauber.

Der Käfig sollte über Querstangen verfügen, die nicht verchromt sein sollten.

Die Erstausstattung

Da jetzt klar ist, wie die ideale Behausung der Wellensittiche aussehen sollte, können wir nun über die Inneneinrichtung reden. Dabei führe ich hier das Minimum auf, das nicht optional ist. Wer nicht so viel Kram besorgen möchte, sollte das Projekt Piepmatz an dieser Stelle beenden.

Dies ist die Einkaufsliste in der Übersicht:

  • Käfig oder Voliere
  • Sitzstangen aus Naturholz oder Äste
  • Futter- und Wasserschale
  • Wetzstein für den Schnabel
  • Bademöglichkeit, entweder zum Hängen oder auf dem Boden
  • Spielzeug
  • Vogelsand
  • Wellensittichfutter
  • Hirsekolben

Stangen und Äste: Wellensittiche sind begnadete und begeisterte Kletterer. Wer anstelle von simplen Stäben einen ganzen Ast mit mehreren Zweigen in den Käfig stellt oder hängt, hat bei seinen Vögeln von Anfang an einen Stein im Brett.

Futter- und Wasserschalen: Achte darauf, dass die Schalen bruchsicher und einfach zu reinigen sind.

Wetzstein oder Sepiaschale: Wellensittiche müssen sich den Schnabel regelmäßig abwetzen, um ihn optimal nutzen zu müssen. Gleichzeitig nehmen sie beim Wetzen der Schnäbel wichtige Mineralstoffe auf, die unter anderem den Aufbau des Knochengerüstes und der Federn unterstützen.

Bademöglichkeit: Viele Wellensittiche genießen es, im Wasser zu planschen und sich das Gefieder zu reinigen. Der Boden des Pools sollte geriffelt sein, damit die Vögel nicht ausrutschen.

Zusatznäpfe: Wenn du zwischendurch Obst oder Gemüse füttern möchtest, ohne vorher das Körnerfutter zu entfernen, machen sich Zusatznäpfe gut, die du bei Bedarf in den Käfig hängst.

Spielzeug: Wellensittiche sind äußerst verspielte Gesellen und können sich stundenlang mit Gegenständen beschäftigen. Einen Plastikvogel solltest du nicht in den Käfig setzen. Dieser würde als Artgenosse angesehen, bebalzt und gefüttert werden. Dass diese Gesten der Zuneigung nicht erwidert werden, kann zu Verhaltensstörungen führen.

Vogelsand: Der Sand auf dem Boden des Käfigs dient nicht nur der Hygiene, sondern auch dem Wohlbefinden der Vögel. Der enthaltene Grit stellt eine wichtige Verdauungshilfe dar.

Vogelfutter: Die Grundnahrung von Wellensittichen besteht, wie bereits gelernt, aus Körnern. Sprich am besten mit dem Züchter oder dem Verkäufer der Wellensittiche, welches Futter er oder sie füttert und nimm das gleiche, zumindest am Anfang. Sind die Vögel noch keine zwölf Wochen alt, benötigen sie zusätzlich ein Aufzuchtfutter, das in einem separaten Napf angeboten werden muss.

Kolbenhirse: Kolbenhirse ist Crack für Wellensittiche. Genau aus diesem Grunde sollte man diese aber nicht ständig anbieten, sondern immer wieder mal als zusätzlichen Leckerbissen in den Käfig hängen.

Beim Kauf der Erstausstattung sollte man immer versuchen, sich in die Vögel hineinzuversetzen. Don’t buy the bird, be the bird. Unser Schönheitsempfinden muss dem Komfort und der artgerechten Haltung von Tieren immer hintenangestellt werden.

Kolbenhirse ist wie Crack für Wellensittiche, sollte aber eine Besonderheit bleiben.

Der Kauf von Wellensittichen

Der Kauf von Wellensittichen ist (zu) einfach. Man geht in ein Zoogeschäft, zeigt auf ein Exemplar und verlässt den Laden wenige Minuten später wieder mit einer kleinen Schachtel in der Hand. Doch so leicht sollte man es sich als künftiger Vogelbesitzer nicht machen und mehr Zeit mitbringen, um sein/e Tier/e auszusuchen.

Zoogeschäft oder Züchter

Wellensittiche werden nicht nur im klassischen Zoogeschäft verkauft, sondern auch von speziellen Züchtern angeboten. Wenn du den Kauf beim Experten bevorzugst, hilft der örtliche Vogelzuchtverein gerne mit Adressen weiter. Außerdem finden immer wieder Ausstellungen statt, auf denen Züchter ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen.

Kauf nur gesunde Vögel

Bei all dem Treiben in einer Voliere mit Wellensittichen, kann man sich oft gar nicht für ein Exemplar entscheiden. Schön sind sie schließlich alle. Und doch gibt es einige Dinge, auf die du achten sollest, um einen gesunden Vogel zu erhalten:

  • Bei gesunden Vögeln liegen die Federn glatt am Körper an und weisen keine Löcher oder Lücken auf. Während er schläft, plustert er sein Federkleid nur leicht auf.
  • Das Gefieder rund um die Kloake (After) sollte nicht verschmutzt sein.
  • Die Nasenhaut darf keine Risse haben. Zudem sollten die Nasenlöcher frei und nicht verschmiert sein.
  • Die kleinen Hornschuppen an den Füßen der Wellensittiche sollten glatt anliegen und nicht rau aussehen.
  • Ein gesunder Wellensittich hat an jedem Fuß vier Zehen, von denen zwei nach vorne und zwei nach hinten gerichtet sind. Fehlt eine Zehe, spricht das für einen Unfall oder eine Verletzung (stellt aber keine Krankheit dar).
  • Das Brustbein sollte nicht nach innen eingefallen, sondern markant nach außen gerundet sein.
  • Gesunde Wellensittiche suchen den ständigen Kontakt zu anderen. Sitzt ein Vogel abseits auf der Stange und interagiert nicht mit Artgenossen, stimmt mit ihm etwas nicht.

Männchen oder Weibchen?

Männliche Wellensittiche können genauso als Paar gehalten werden wie ein Hahn und eine Henne. Bei zwei Weibchen sieht das schon ganz anders aus. Die Damen neigen ab der Brutreife (etwa ab dem neunten Monat) dazu, sich um die besten Plätze im Käfig zu streiten und dabei kann es durchaus handfest zugehen. Auch sonst sind sich die Weibchen nicht immer grün und gönnen sich gegenseitig nichts. Das kann zu heftigen Beißereien führen, unter denen das unterlegene Weibchen stark leidet.

Meine Schar bestand aus zwei Paaren, jeweils ein Männchen und ein Weibchen, die in einer großen Voliere untergebracht waren. Die Damen vertrugen sich die meiste Zeit blendend und nur ganz selten mal flogen im wahrsten Sinne des Wortes mal die Fetzen.

Foto von drei Wellensittichen
Nimm dir Zeit, bevor du dich für eine Vogel entscheidest und achte auf Ausschlusskriterien.

Der richtige Standort für Wellensittiche

Der Standort für den Käfig deiner Wellensittiche sollte mit Bedacht ausgewählt werden, da er direkten Einfluss auf das Wohlbefinden deiner Tiere hat. Da Wellensittiche sehr soziale und neugierige Vögel sind und am liebsten immer im Zentrum des Geschehens sein wollen, sollte der Käfig nicht isoliert stehen.

Außerdem solltest du auf folgende Dinge achten:

  • Hell und geschützt: Wellensittiche brauchen wie die meisten Lebewesen Licht und wollen sich sicher fühlen. Steht der Käfig vor einer Wand, gibt ihnen das im wahrsten Sinne des Wortes Rückendeckung. Besonders wohl fühlen sie sich, wenn sie von oben auf die Dinge herabschauen kann. Wenn du die Möglichkeit hast, stelle den Käfig auf Augenhöhe.
  • Konstante Temperaturen: Zwar dürfen die Nachttemperaturen etwas unter denen am Tage liegen, allzu großen Schwankungen sollten Wellensittiche aber genauso wenig ausgesetzt sein wie Zugluft. Soll das Zimmer, in dem der Käfig steht, mit Durchzug gelüftet werden, müssen die Tiere währenddessen in einen anderen Raum.
  • Fensterplatz? Nein, danke: Steht der Käfig direkt am Fenster und ist über Stunden der prallen Sonne ausgesetzt, können die Vögel überhitzen. Zwar genießen sie immer wieder mal ein Sonnenbad, ziehen sich dann aber auch gerne wieder in den Schatten zurück.
  • Pflanzen: Die meisten unserer Pflanzen sind pures Gift für Wellensittiche und sollten daher nicht in der Nähe des Käfigs stehen. Außerdem muss man vor Freiflügen der Vögel darauf achten, Pflanzen aus dem Raum zu entfernen.
  • Wellensittiche sind Nichtraucher und vertragen auch keinen Passivrauch.
  • Sperrzone Küche: Die Küche ist gleich aus mehreren Gründen tabu für Wellensittiche. Zum einen wären sie immer wieder streng riechenden Küchendämpfen ausgesetzt, zum anderen geben die Antihaftbeschichtungen von Pfannen und Töpfen bei extrem heißen Temperaturen Dämpfe ab, die für Wellensittiche schädlich sind.
  • Nachtruhe: Wellensittiche brauchen mindestens acht Stunden, in denen sie sich ungestört ausruhen können. Ob du dafür den Käfig abdeckst, ist dir überlassen. Achte dann aber darauf, ein leichtes Tuch zu verwenden, das Luft und Licht in den Käfig lässt, damit sich die Vögel auch in Dunkelheit orientieren können. Es kommt häufig vor, dass Wellensittiche während der Nacht aufschrecken und umherflattern. Da Vögel bei Dunkelheit nichtgut sehen können, besteht die Gefahr, dass sie sich verletzten, wenn gar kein Licht in den Käfig dringt.

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