Katzen sind mit Abstand die beliebtesten Haustiere in Deutschland. Im Jahr 2019 lebten im Bundesgebiet fast 15 Millionen Stubentiger und damit rund fünf Millionen mehr als Hunde. In fast jedem vierten deutschen Haushalt lebt statistisch gesehen eine Katze. Grund genug für uns, die fünf beliebtesten Katzenrassen der Deutschen in einer Top-5 ein wenig näher kennenzulernen.


Sie haben 19 Wirbel mehr als ein Mensch, schnurren bis zu 1500 Mal pro Minute und miauen nur dann, wenn sie etwas von ihrem Zweibeiner wollen. Und sie begleiten den Menschen schon seit tausenden von Jahren. Das geht aus Funden in einem 9500 Jahre alten Grab hervor, das Archäologen im Jahr 2004 auf Zypern entdeckt haben. Darin lag, eingebettet in Muscheln, polierten Steinen und anderen Beigaben, ein Mensch und eine Katze.

Forscher gehen davon aus, dass es die Katze war, die den ersten Schritt auf den Menschen zu getan hat, nachdem sie herausgefunden hatte, dass der Mensch kleine Nagetiere wie Ratten oder Mäuse anzieht, die für Katzen ein gefundenes Fressen waren. Es dauerte aber vermutlich nicht lange, bis auch der Mensch den Vorteil im Zusammenleben mit Katzen erkannte und er versuchte, die Samtpfoten mit Milch und anderen Leckereien so lange wie möglich am Hof zu halten.

40 anerkannte Katzenrassen

Seit dem ältesten Fund einer Katze als Haustier auf Zypern hat sich eine Menge getan. Heute gibt es 40 verschiedene anerkannte Katzenrassen und die Deutschen sind katzenverrückt wie noch nie. Im Jahr 2018 gaben sie nach Angaben des Industrieverbandes Heimtierbedarf für ihre knapp 15 Millionen Stubentiger rund 1,6 Milliarden Euro alleine für Katzenfutter aus, weitere 204 Millionen Euro wanderten für Spielzeug über die Ladentheke. Damit sind Katzenbesitzer ähnlich spendabel wie Hundebesitzer, die für ihre fast zehn Millionen Hunde immerhin 202 Millionen Euro für Spielzeug ausgaben.

Die Top-5 der beliebtesten Katzenrassen in Deutschland

Da Katzen in Deutschland nicht registriert werden müssen und Zuchtverbände sich nur ungern in die Verkaufsbücher schauen lassen, muss man sich anderer Quellen bedienen, um an verlässliche Zahlen zu kommen. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Skopos ist so eine Quelle und dies sind nach Ansicht der Forscher die fünf beliebtesten Katzenrassen in Deutschland:

5. Siamkatze

Foto einer Siamkatze

Die Siamkatze zählt neben der Perserkatze zu den ältesten Katzenrassen auf der Welt. Ihr charakteristisches Aussehen mit der dunklen Gesichtsmaske und den leuchtend blauen Augen macht die Schönheit aus Siam (das zum heutigen Thailand gehört) außerdem zu einer der bekanntesten Rassen.

Die Hund-Katze

Siamkatzen werden nicht ohne Grund scherzhaft als die Hunde unter den Katzen bezeichnet. Diese Rasse ist dem Menschen verbunden wie kaum eine andere. Neben dieser Anhänglichkeit ist sie äußert gelehrig und kann wie ein Hund verschiedene Kommandos lernen.

Eigenwillig

Wieviel sie lernt, hängt immer davon ab, wieviel sie gerade lernen will. Wer bei einer Siamkatze mit Druck oder gar Gewalt versucht, an sein Ziel zu kommen, sollte einen Spezialisten zur Gesichtswiederherstellung in der Kurzwahlliste seines Handys gespeichert haben. Ihre Krallen hat eine Siamesin nicht zur Zierde.

Sozial und gesellig

Siamkatzen sind sehr auf ihren Menschen bezogen und lieben nichts mehr als stundenlanges Kuscheln. Bekommen sie das nicht, machen sie auch schonmal lautstark auf sich aufmerksam. Lässt du eine Siamkatze zu lange alleine, wird sich die intelligente Katze schnell langweilen. Allerdings sind diese Samtpfoten äußerst soziale und gesellige Tiere und sollten im Idealfall sogar mit einem anderen Artgenossen gehalten werden. So kommt auf keinen Fall Langeweile auf.

4. Bengal-Katze

Foto einer Bengal-Katze

In den Adern unter ihrem leopardenartig gefärbten Fell fließt wildes Blut. Was 1963 in den USA mit der ersten Verpaarung einer wilden asiatischen Leoparden-Katze und einer schwarzen amerikanischen Hauskatze seinen Lauf nahm, ist heute der letzte Schrei in der Welt der Katzenzucht: Bengal-Katzen.

Strenge Vorschriften

Bengal-Katzen gelten erst ab der fünften Generation als Hauskatze und sollten erst ab dieser Generation als Haustiere mit dem Menschen gehalten werden. Ihre zum Teil wilde Genetik verleiht der Bengal-Katze ein hohes Temperament, das nicht von jedermann kontrolliert werden kann.

Auf Ausstellungen dürfen Züchter ihre Tiere erst ab der vierten Generation vorstellen. Sind die Katzen erst einmal domestiziert, gelten sie als aufmerksam, freundlich, neugierig und vertrauensvoll.

Intelligente Katzen mit einem Hang zu Wasser

Bengal-Katzen sagt man nach, überaus intelligent und gelehrig zu sein. Das macht es auf der einen Seite einfach, diese Katzen zu trainieren und beispielsweise ein Target- oder Klickertraining in den Tagesablauf einzubauen. Das bedeutet aber auf der anderen Seite auch, dass es nur mit kuscheln und ein bisschen spielen nicht getan ist. Bengal-Katzen benötigen viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung, um ihren Tatendrang in geordnete Bahnen zu lenken.

Diese Stubentiger klettern für ihr Leben gerne und haben eine ausgeprägte Vorliebe für Wasser. Wer seinem Bengalen einen Gefallen tun möchte, baut ihm oder ihr ein Außengehege mit einer Badestelle. Wer eine Bengal-Katze hat, die der ersten bis vierten Generation entstammt, wird vom Bundesamt für Naturschutz sogar dazu gezwungen, ein Außengehege mit einer Grundfläche von mindestens 15 Quadratmetern anzulegen, da es sich nach dem Gesetz dann um Wildkatzen handelt.

3. Britisch Kurzhaar

Foto einer Britsch Kurzhaar Katze

Die Britisch Kurzhaar ist spätestens seit einem Werbespot für Katzenfutter irgendwann in den 1980er Jahren aus deutschen Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken. Wer auf der Suche nach einer ruhigen Katze mit einem ausgeglichenen Charakter ist, wird mit der kurzhaarigen Engländerin auf jeden Fall glücklich werden.

Farbvielfalt

Britisch Kurzhaar-Katzen erinnern an einen gemütlichen Teddybären. Das Fell ist, wie der Name vermuten lässt, sehr kurz und stellt keine großen Ansprüche an die Pflege. Der Kopf ist kürzer und runder als bei anderen Rassen, was die großen, gelben Augen eindrucksvoll zur Geltung bringt.

Die meisten Menschen kennen die Britisch Kurzhaar in klassischem Blau-Grau, weshalb sie oft mit der Kartäuserkatze verwechselt wird, die im Laufe der Rassegeschichte mehrfach eingekreuzt wurde. Allerdings stehen den Fans der Engländerin heute alle bekannten Färbungen zur Verfügung. Es gibt sie als

  • Colorpoint: Nur die Körperspitzen (Gesicht, Beine, Ohren und Schwanz) sind in den Grundfarben gefärbt.
  • Chinchilla: Ein Achtel des Fells ist in einer der Grundfarben gefärbt, der Rest ist vom Ansatz an silberweiß.
  • Tabby: Das Fell weist eine getigerte oder gefleckte Zeichnung auf.
  • Tortie: Das Fell ist dreifarbig. Torties sind aufgrund der genetischen Struktur immer weiblich.
  • Torbie: Die Färbung ist eine Kombination aus Tortie und Tabby.
  • Harlekin: Nur ein Sechstel des Fells ist gefärbt.
  • Van: Das Fell ist einfarbig und hat einen hohen Weißanteil.

Unkomplizierte Rasse

Die BKH ist eine durch und durch unkomplizierte Rasse. Sie findet sich in fast jeden Haushalt ein und hat kein Problem mit Kindern oder anderen Tieren. Ihr freundlicher und ruhiger Charakter versetzt sie offenbar in die Lage, mit allem und jedem zurechtzukommen.

2. Norwegische Waldkatze

Die Norwegische Waldkatze ist ohne menschliches Dazutun entstanden und gilt als eine der wenigen „natürlichen“ Katzenrassen. Die Entwicklung dieser Rasse ist das Ergebnis natürlicher Selektion und nicht das menschlicher Auslese.

Diese Rasse ist perfekt auf die harschen Lebensbedingungen ihres Heimatlandes Norwegen angepasst. Das lange Fell ist wasserabweisend, die dichte Unterwolle schützt vor Minusgraden und zwischen den Zehen hat sie Schwimmhäute.

Geschichte

Wie genau langhaarige Hauskatzen auf der Bildfläche erschienen sind, ist nicht wirklich klar. Eine Theorie besagt, dass Seefahrer Perserkatzen als Schiffskatzen mitbrachten, die dann entwischt sind und sich mit den lokalen Katzen Norwegens gepaart haben. Eine andere Theorie geht davon aus, dass eine Mutation im Genpool skandinavischer Katzen die Geburtsstunde der heutigen Norwegischen Waldkatze dargestellt hat. Die gezielte Zucht dieser Rasse begann in den 1930er Jahren. 1938 wurde erstmals ein Exemplar in Oslo ausgestellt.

Sanfte Riesen

Trotz ihrer imposanten Größe – ausgewachsene Kater bringen bis zu acht Kilogramm auf die Waage – sind diese Katzen überaus freundlich und gutmütig. Sie schließen sich nicht nur dem Menschen bereitwillig an, sondern teilen ihr Revier auch gerne mit anderen Tieren. Das schließt nicht nur andere Katzen ein, sondern gilt auch für Hunde und sogar Kleintiere. Als überaus gesellige Katze sollte diese Rasse nicht alleine gehalten werden.

Die Norwegische Waldkatze ist mit einer gesunden Portion an Energie und Neugier ausgestattet. Sie spielt und jagt für ihr Leben gern und muss entsprechend gefördert werden. Katzen dieser Rassen geben sich mit der obligatorischen Kuscheleinheit nicht zufrieden.

1. Maine Coon

Die Maine Coon hat sich zu einer der beliebtesten Katzenrassen weltweit entwickelt und auch die Deutschen sind von der robusten Amerikanerin begeistert. Sie ähnelt der Norwegischen Waldkatze, stammt allerdings aus Maine, dem nordöstlichsten Bundesstaat der USA.

Legenden behaupten, dass es sich bei dieser Rasse um die Kreuzung zwischen einer handelsüblichen Katze und eines Waschbären (englisch: Racoon) handelt, was schon aus rein biologischer und genetischer Hinsicht völliger Unsinn ist. Sehr viel näher an der Wahrheit ist die Theorie, dass die Katzen auf den Schiffen der Einwanderer von Europa aus in die USA gekommen sind.

Amerikas erste Show-Katze

Lange Zeit war die Maine Coon in Vergessenheit geraten. Erst in den 1950ern gewann sie zunehmend an Populariät und wurde auf Rasseausstellungen gezeigt. Apropos Rasseausstellungen: Die Maine Coon wird auch Amerikas erste Show-Katze genannt. Die Einwohner Maines waren so stolz auf ihre ungewöhnlichen und schönen Katzen, dass sie sie bereits um das Jahr 1800 auf ländlichen Volksfesten mit denen ihrer Nachbarn verglichen.

Gesellige Tiere

Die Maine Coon, die übrigens die offizielle Staats-Katze des Bundesstaates Maines ist, ist äußerst liebenswürdig und gesellig. Werden diese Tiere alleine gehalten, brauchen sie extrem viel menschliche Zuwendung. Außerdem muss der Intellekt der Maine Coon angesprochen werden. Dazu eignet sich beispielsweise das Beibringen von kleinen Kunststücken wie dem Apportieren von Gegenständen.

Maine Coons sind als reine Wohnungskatzen geeignet. Allerdings handelt es sich um eine sehr aktive und bewegungsfreudige Rasse, die genügend Möglichkeiten haben muss, sich körperlich auszulasten.

Schwere Brocken

Maine Coons sind keine kleinen Katzen. Ein ausgewachsener Kater wiegt zwischen sechs und acht Kilogramm. Der Körper ist athletisch und muskulös, der Brustkorb wirkt breit wie bei einem Rummelboxer. Das tut der Eleganz der schönen Amerikanerin, die von der Nasen- bis zur Schwanzspitze 1,20 Meter messen kann, allerdings keinen Abbruch – im Gegenteil.

Das Fell dieser Katzen ist wasserabweisend und weist so gut wie keine Unterwolle auf, was die Pflege dieser Halblanghaarkatze relativ einfach macht. Wer das Fell seiner Maine Coon zweimal pro Woche durchkämmt, ist auf der sicheren Seite. Lediglich während des Fellwechsels solltest du öfter Hand anlegen.

Was ist deine Lieblingskatze?

Das waren sie, die fünf beliebtesten Katzenrassen der Deutschen? Teilst du mit einer dieser Schönheiten dein Zuhause oder liebäugelst du mit der Anschaffung einer Katze? Schreib uns doch in den Kommentaren, welche Rasse es dir angetan hat.

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