Welcher Hund passt zu mir und wie finde ich das heraus? Schließlich ist Hund nicht gleich Hund und obwohl es bei allen vorne bellt und hinten wedelt, gibt es doch große Unterschiede hinsichtlich Charakter, Verhaltensweisen und Energielevel. In diesem Artikel geht es rund um das Thema Ersthund oder Neuhund und die Frage, wie man eigentlich einen Hund findet, der für einen geeignet ist.


Die Frage nach dem passenden Hund ist gar nicht so leicht zu beantworten. Schließlich gibt es weltweit mehr als 340 registrierte Rassen und jede dieser Rassen wurde für einen speziellen Zweck gezüchtet – und sei es „nur“ als treuer Begleiter des Menschen.

Als wäre das nicht genug, gesellen sich zu den rassebedingten Werkseinstellungen – verspielt, wachsam, ausgeprägter Jagdtrieb – noch die individuellen Eigenschaften eines jeden Hundes. Nicht jede Französische Bulldogge hat „Humor“, nicht jeder Husky will 20 Kilometer am Tag neben einem Fahrrad rennen und auch ein Deutscher Schäferhund kann ein Morgenmuffel sein.

Vorsicht vor der „Ooohh-Falle“

„Ooohh, guuuuck doch mal. Die Auuuugen! DEN WILL ICH!“ – „Ähm, das ist eine vier Monate alte Mischung aus Sibirischem Husky und Kanadischem Eskimohund. Du bist gerade in die kleine Wohnung in der Innenstadt gezogen, bist neun Stunden am Tag außer Haus und deine Hobbies sind Schach und Briefmarkensammeln…“ – „NA UUUUUND?! Was soll denn schon schiefgehen?“

So oder so ähnlich beginnen viele, wenn nicht die meisten tragischen Mensch-Hund-Beziehungen. Im günstigsten Fall enden diese Paare beim Therapeuten bzw. Trainer. Im ungünstigsten Fall kommt es zur Scheidung, bei der in aller Regel der Mensch das Haus behält, während der tierische Freund mit der lokalen Notunterkunft und einem Platz hinter Gittern Vorlieb nehmen muss.

Kein Platz für Emotionen

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man die Entscheidung für einen Hund so nüchtern wie möglich angehen. Die Farbe der Augen, die Länge des Fells oder die Art, wie der Hund seinen Kopf zur Seite neigt, wenn man mit ihm spricht, sollten keinen Einfluss darauf haben, für welchen Typ Hund man sich entscheidet.

Auch sollte man sich davor hüten, Entscheidungen in emotionalen Ausnahmesituationen treffen. Wer sich gerade von seinem Partner getrennt hat und tief traurig im Internet nach einem Hund googelt, wird andere Kriterien zugrunde legen als ein Mensch, der emotional in ruhigerem Wasser schippert.

Was im Moment tiefer Trauer verlockend klingt – ein Hund, der 24 Stunden am Tag nach Körperkontakt giert und jeden Schritt seines Menschen mit Verlustangst quittiert – kann sich nach der Rückkehr zur emotionalen Normalität schnell als Belastung erweisen.

Natürlich kann man ohne Hund leben. Es lohnt sich nur nicht.

Heinz Rühmann

Die Reise zum Hund ist eine Reise ins Ich

Die Reise zum ersten oder neuen Hund beginnt im Idealfall mit einer Reise ins Ich. Bevor du dir die Frage stellst, was du von einem Hund erwartest und welcher Hund am besten zu dir passt, solltest du dir zunächst die Frage stellen, was du dem Hund eigentlich zu bieten hast und zu welchem Typ Hund du passen würdest. Im Einzelnen solltest du dir über folgende Dinge im Klaren sein:

1. Lebenssituation

Die Bestandsaufnahme der eigenen Lebenssituation ist meines Erachtens der wichtigste Punkt und der, mit dem alles steht und fällt. Man braucht sich um Rassen und Charaktereigenschaften nämlich keine Gedanken zu machen, wenn man in der Wohnung keinen Hund halten darf, kein Geld für Futter oder den Tierarzt übrig hat oder der Hund aufgrund der beruflichen Situation zwölf Stunden am Tag alleine wäre. Diese Fragen solltest du dir ehrlich beantworten:

  • Erlaubt meine derzeitige Lebenssituation das Halten eines Hundes?
    Sind alle Familienmitglieder oder Mitbewohner einverstanden? Ist mein Vermieter einverstanden? Habe ich jemanden, der den Hund versorgt, wenn ich einmal verhindert sein sollte? Wie komme ich zum Tierarzt, wenn ich kein Auto habe? Kann ich einen Hund in meinen Lebensstil und meine Hobbies integrieren?

    Man sollte die Analyse seiner Lebenssituation so offen und ehrlich betreiben. Wenn an einem Punkt Zweifel aufkommen, sind diese vermutlich berechtigt.
  • Kann ich mir einen Hund finanziell leisten?
    Ein Hund kostet mehr als das tägliche Futter. Auch Zubehör wie ein Bett, Spielzeug oder Leckereien sind zu vernachlässigen. Richtig teuer wird es, wenn der Hund wegen eines Notfalls zum Tierarzt muss,  Allergien gegen herkömmliches Futter entwickelt oder eine chronische Erkrankung hat. Da kommen schnell Hunderte, wenn nicht Tausende von Euro zusammen, die dann neben Miete, Gas und Strom gezahlt werden müssen.
  • Wieviel Zeit habe ich für einen Hund?
    Wer berufsbedingt für acht oder mehr Stunden außer Haus ist, jeden Abend bis tief in die Nacht durch die Bar- und Clubszene streift und dennoch einen Hund möchte, hat seine Lebenssituation nicht ehrlich genug analysiert.

    Ein Hund ist ein soziales Wesen. Das bedeutet nicht, dass er rund um die Uhr bemuttert werden muss (obwohl die meisten Hunde mir hier energisch widersprechen würden). Das bedeutet, dass er so weit wie möglich ins menschliche Leben integriert werden sollte.

    Wenn sich dieses menschliche Leben allerdings vornehmlich an Orten abspielt, an denen keine Hunde erlaubt sind (wie an den meisten Arbeitsplätzen) oder die schädlich für unseren Hund wären (Bars, Festivals, der Gepäckraum eines Flugzeuges, etc), dann sollte man sich ernsthaft die Frage stellen, ob man nicht einen besseren Zeitpunkt im Leben abwarten sollte.

Diese Fragen solltest du dir stellen und beantworten, bevor du überhaupt nur an eine bestimmte Art Hund denkst. Wenn auch nur eine der vorangegangenen Fragen negativ beantwortet werden muss, solltest du meiner Meinung nach zunächst Veränderungen an deiner Lebenssituation vornehmen, bevor du ernsthaft darüber nachdenkst, dir einen Hund anzuschaffen.

Rund 80.000 Hunde kommen in Deutschland pro Jahr ins Tierheim.

Deutscher Tierschutzbund

2. Persönliche Situation

Während die Analyse der Lebenssituation vor allem dazu dient, herauszufinden, ob ein Hund grundsätzlich ins eigene Leben passen würde, hat die Analyse der persönlichen Situation direkt etwas mit der Frage zu tun, welcher Typ Hund für einen infrage kommt. Um Missverständnisse zu vermeiden, solltest du dir diese Fragen so ehrlich wie möglich beantworten:

  • Teilen alle Familienmitglieder oder Mitbewohner den Hundewunsch?
    Wenn die Antwort auf diese Frage „nein“ lautet, ist die Reise zum Hund hier zu Ende. Sich gegen den Willen des Partners oder der Mitbewohner einen Hund anzuschaffen, ist unvernünftig und der perfekte Nährboden für Drama und Streit.

    Zwar musst du dem Einwand deines Dreijährigen, dass ein blaues Pony doch viel cooler wäre als ein langweiliger Hund, nicht mehr Beachtung schenken als allen anderen Einwänden deines Dreijährigen. Dein Partner und all diejenigen, die aktiv mit dem Hund zu tun haben werden, sollten aber unbedingt einverstanden sein.
  • Wie fit und aktiv bin ich ?
    Hinsichtlich ihrer Energie können Hunde in vier Gruppen aufgeteilt werden:

    1. Hunde mit niedrigem Energieniveau
    2. Hunde mit mittlerem Energieniveau
    3. Hunde mit hohem Energieniveau und
    4. Hunde mit sehr hohem Energieniveau

    Im günstigsten Fall gleichen sich Mensch und Hund oder sind sich zumindest sehr ähnlich. Die hyperaktive Outdoor-Familie, die noch vor dem Frühstück schnell die Zugspitze erklimmt, wird mit einer englischen Bulldogge und ihrem niedrigem Energieniveau vermutlich nicht glücklich werden. Zwar kann die Bulldogge auch mal einen Schritt schneller und weiter gehen, das will sie aber nicht.

    Auf der anderen Seite gehört ein junger Rhodesian Ridgeback mit seinem extrem hohen Energieniveau nicht in die Hände eines Menschen, der sich aus medizinischen Gründen oder aufgrund seines Alters gerade noch auf den Beinen halten kann und es mit Mühe und Not drei Mal am Tag um den Block schafft. 50 Kilo Hund, die sich in Spiellaune auf die Katze vom Nachbarn stürzen, wollen erstmal gehalten werden.
  • Wieviel Erfahrung habe ich mit Hunden?
    Hund ist nicht gleich Hund und obwohl es viele Hunde gibt, mit denen auch unerfahrene  Halter oder gar Erstbesitzer so gut wie keine Probleme haben werden, gibt es eben auch Rassen, die das Leben eines unerfahrenen Hundebesitzers in einen wahren Albtraum verwandeln können.

    Wer im Sommer ’97 mal für drei Tage auf den fetten Pudel von der Tante Lisbeth aufgepasst hat, könnte sich unter Umständen schwertun, einen Herdenschutzhund wie den Kangal oder einen Jagdhund wie den Dogo Argentino auch mal in die Schranken zu weisen. Im Extremfall kann das sogar richtig gefährlich werden.

    Wer über ausreichend Erfahrung verfügt und den Ansprüchen des Hundes gerecht werden kann, dem steht die gesamte Hundewelt offen. Wenn der fette Pudel von der Tante Lisbeth die einzige Erfahrung war, die du mit Hunden gemacht hast, dann solltest du allerdings eher nach Rassen Ausschau halten, die leichter zu erziehen sind.

    So sind Bulldoggen, Labrador Retriever, Pudel oder der Mops die perfekten Begleiter für Menschen, die zum ersten Mal einen Hund in ihrem Leben haben. Diese Rassen gelten als wenig territorial, sind gelehrig und verspielt, fantastisch mit Kindern und manchmal wahre Clowns.

    Auf der anderen Seite brauchen Jagdhunde, Treibhunde oder Herdenschutzhunde erfahrene Halter. Dazu zählen übrigens auch Beagle oder Dackel, womit wir wieder bei der Ooohh-Falle wären. Ja, die Augen und Ohren eines Beagle sind niedlich. Sein ausgeprägtes Jagdverhalten und das dazugehörige Bellen muss man allerdings mögen.

  • Haus oder Wohnung?
    Ob man ein Haus oder eine Wohnung bewohnt, sollte keinen Einfluss auf die Größe des Hundes haben, sehr wohl aber auf die Rasse. Verschiedene Rassen – Deutsche Schäferhunde, Doggen, aber auch Dackel und Französische Bulldoggen – sollten aufgrund ihrer Anfälligkeit für Gelenkerkrankungen keine Treppen steigen. Eine Wohnung ist in diesem Fall besser als ein Haus, das sich über mehrere Etagen erstreckt.

    Wer nach einer bellfreudigen Rasse wie dem Beagle, einem West Highland Terrier oder einem Zwergschnauzer Ausschau hält, der wohnt besser in einem gut isolierten Haus mit wenigen Nachbarn.

Hund ist nicht gleich Hund

Jede Hunderasse wurde zu einem bestimmten Zweck gezüchtet. Daher haben auch Hunde – genau wie wir Menschen – bestimmte Charaktereigenschaften und Wesensmerkmale. Schäferhunde, Border Collies oderAustralian Shepherds zählen beispielsweise zu den Hüte- und Treibhunden. Sie wurden also dafür gezüchtet, eine Herde von Tieren zusammenzuhalten und vor Angreifern zu beschützen.

Diese Tatsache wirkt sich natürlich auch auf das Verhalten dieser Rassen im Alltag aus. So kann es gut sein, dass ein Schäferhund die Annäherung eines Fremden als Bedrohung empfindet und entsprechend reagiert. Auch kann es sein, dass ein übermotivierter Border Collie die Krabbelversuche eines Babys gar nicht witzig findet und den „Ausreißer“ schnurstracks wieder in die Mitte des Rudels befördern will.

Hunde dieser Rassen brauchen eine Aufgabe und viel Beschäftigung. Man sollte sich darüber im Klaren sein, wie viel Zeit man aufwenden muss, um diesen Tieren gerecht zu werden und um zu verhindern, dass sie sich aus lauter Langeweile selbst einen Job suchen. Denn das ist das Letzte, was ein normal veranlagter Mensch braucht!

Andere Verbände, andere Gruppen

Weltweit gibt es vier große Dachverbände für das Hundewesen. Das sind neben der Fédération Cynologique Internationale (FCI) der britische Kennel Club (KC), der American Kennel Club (AKC) und der Canadian Kennel Club (CKC).

Jeder dieser Verbände hat eine eigene Klassifizierung und Gruppierung von Hunden, erkennt aber die der anderen Verbände an. Schaut man sich allerdings die zehn Gruppen der FCI an, kann man als Laie herzlich wenig damit anfangen:

  • Hüte- und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
  • Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  • Terrier
  • Dachshunde
  • Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  • Vorstehhunde
  • Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
  • Gesellschafts- und Begleithunde
  • Windhunde

Ah, ja. Wer jetzt auf die Schnelle nicht weiß, was Schweißhunde, Vorstehhunde oder Molossoide sind, dem sei die deutlich hilfreichere Einteilung der amerikanischen Hundefreunde ans Herz gelegt:

  • Hütehunde (Herding group)
  • Jagdhunde (Sporting group)
  • Hounds (Hound group)
  • Terrier (Terrier group)
  • Arbeitshunde (Working group)
  • Gesellschafts- und Begleithunde (Non-sporting group)
  • Kleinhunde (Toy group)

Diese Einteilung sagt meines Erachtens deutlich mehr über das Grundwesen der einzelnen Rassen in den jeweiligen Gruppen aus. Um das zu verdeutlichen, schauen wir uns doch einmal die populärsten Rassen einer jeden Gruppe an und werfen vor allem einen Blick auf ihr Wesen.

Hütehunde (Herding group)

Alle Rassen dieser Gruppe teilen dieselbe Eigenschaft: Sie sind Meister darin, die Bewegung von anderen Tieren zu kontrollieren und zu steuern. Das wohl bemerkenswerteste Beispiel ist der Corgi, die bevorzugte Rasse der britischen Königin.

Dieser Hund wächst nicht viel höher als 30 Zentimeter und wiegt nicht mehr als zehn Kilogramm. Dennoch ist dieser Winzling in der Lage, eine riesige Kuhherde von einer Weide auf die andere zu treiben, indem er wohl dosierte Bisse in die Hinterbeine der Kühe verabreicht.

Die meisten der Hütehunde, die wir als Haustiere halten, kommen in ihrem ganzen Leben nie in Kontakt mit Herdentieren. Dennoch ist die Veranlagung zum Treiben und Hüten da, bei einem mehr, beim anderen weniger.

Zu den Hütehunden zählen unter anderem:

  • Australian Shepherd
    Der Australian Shepherd ist ein Arbeitshund durch und durch. Er besticht durch seine sagenhafte Intelligenz und ist daher einfach zu trainieren. Er verfügt allerdings auch über ein Energielevel, das es erst einmal zu meistern gilt. Lange Stunden alleine in einer Wohnung steht ein Australian Shepherd in der Regel nicht durch. Aus Langeweile werden dann entweder die Nachbarn mit stundenlangem Gebell terrorisiert oder die Wohnung nach Hundeart umgestaltet.

    Pro: intelligent, einfach zu trainieren, verspielt, freundlich
    Contra: bellt gerne, kann nicht gut alleine bleiben, braucht extrem viel Beschäftigung

    Als erster Hund geeignet: Bedingt. Die Arbeit mit einem erfahrenen Trainer, der sich mit Australian Shepherds auskennt, wird dringend empfohlen.
  • Belgischer Malinois
    Der Malinois, der oft auch Belgischer Schäferhund genannt wird, ist ein ehemaliger Hütehund, der sowohl für den Schutz der Herde als auch des Bauern und seiner Familie verantwortlich war. Auch heute verfügt er noch über die Qualitäten eines ausgezeichneten Wächters: wachsam, selbstständig und blitzschnell in seinen Reaktionen, jederzeit bereit, seine Familie zu verteidigen. Dabei kommt es dem Malinois ausschließlich darauf an, wie er die Situation beurteilt. Was bedrohlich erscheint, wird entsprechend behandelt.

    Malinois sind wahre Energiebündel und Kraftpakete und sind mit einer herausragenden Intelligenz ausgestattet. Diese Hunde brauchen viel körperliche und mentale Beschäftigung, damit sie sich nicht langweilen. Langeweile führt ganz oft zu Frustration, die nicht selten in Aggression endet.

    Pro: äußerst intelligent, kann gut über mehrere Stunden alleine bleiben, widerstandsfähig und robust
    Contra: kein Hund für unsichere und ängstliche Menschen, starker Schutztrieb, neigt bei mangelnder Beschäftigung mitunter zu übertriebener Aggressivität.

    Als erster Hund geeignet: Bedingt. Die Arbeit mit einem erfahrenen Trainer wird dringend empfohlen.
  • Bobtail
    Der Bobtail oder Old English Sheepdog unterscheidet sich von den anderen Beispielen aus der Herding group darin, dass er nicht nur ein absolut familientauglicher Hund ist, sondern dass er auch geeignet für unerfahrene Hundebesitzer ist. Der Bobtail hat ein ruhiges Gemüt, ein ausgeglichenes Temperament und ist überaus kinderfreundlich. Sein Energielevel ist mit zwei ordentlichen Spaziergängen (mindestens 60 Minuten pro Spaziergang) leicht zu kontrollieren

    Pro: sehr freundlich, ruhiges Gemüt
    Contra: verliert relativ viel Haar, Fell benötigt viel Pflege

    Als erster Hund geeignet: Ja.
  • Border Collie
    Der Australian Shepherd wird scherzhaft auch Border Collie Light genannt und da ist durchaus was dran. Der Border Collie ist kein Hund für Anfänger. Die Sozialisation muss früh und die Erziehung konsequent erfolgen. Außerdem müssen diese Hunde körperlich und mental ausgelastet werden, um nicht über die Stränge zu schlagen. Der Drang zum Hüten und Treiben ist beim Border Collie um ein Vielfaches stärker als bei der Light-Version, dem Australian Shepherd. Gleichzeitig sind sie stark auf den Menschen bezogen und extrem loyal.

    Pro: extrem intelligent, wenig anfällig für Krankheiten, einfach zu trainieren – wenn man weiß, wie es geht.
    Contra: kann schwierig im Umgang mit anderen Hunden sein, bleibt nicht gern alleine, braucht unbedingt eine artgerechte Aufgabe

    Als erster Hund geeignet: Nein! Border Collies sind äußerst intelligente Hunde, die schnell auch das Falsche lernen. Sie erkennen Fehler und Schwachstellen in der Erziehung und nutzen diese gnadenlos aus.
  • Deutscher Schäferhund
    Er zählt zu den beliebtesten Gebrauchshunderassen auf der ganzen Welt und wird von Polizei-, Militär- und Zolleinheiten auf der ganzen Welt eingesetzt. Der Deutsche Schäferhund besticht durch seine Intelligenz, seine Gelehrigkeit und seinen unbedingten Gehorsam. Er möchte nicht mehr, als seinem Führer zu gefallen.

    Zwar sind Deutsche Schäferhunde absolut familiengeeignet, allerdings neigen sie dazu, sich eine Person der Familie auszugucken und diese zur Leitperson zu erklären. Von dem Moment an spielt es für den Hund nur noch eine untergeordnete Rolle, was ihm andere Familienmitglieder sagen.

    Pro: gehorsam, gelehrig, als Assistenzhund geeignet, loyal bis hin zur Selbstaufgabe
    Contra: extrem anfällig für Hüftdysplasie, bellfreudig, schnell unterfordert, wodurch sie im Alltag schnell nervös und überwachsam werden

    Als erster Hund geeignet: Bedingt. Ein gut sozialisierter und erzogener Schäferhund ist eine Bereicherung für jede Familie. Ein schlecht erzogener und wenig sozialisierter Deutscher Schäferhund ist ein Albtraum – nicht nur für Anfänger.

Jagdhunde (Sporting group)

In diese Gruppe fallen vor allem die Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde wie der Cocker Spaniel, der Golden Retriever oder der Labrador. Sie zählen zu den Jagdgebrauchshunden und wurden dafür gezüchtet, Wild entweder aufzustöbern oder zu apportieren, zu Land und zu Wasser, wie man im Fall des Retrievers und des Labradors unschwer erkennen kann.

Diese Hunde sind Meister der Unterordnung und wollen ihrem Menschen unter allen Umständen gefallen (sie haben also einen ausgeprägten „will to please“). Apportierhunde wie der Labrador und der Retriever haben ein sogenanntes weiches Maul, da sie mit ihren Zähnen Wild, das sie im Maul tragen, nicht beschädigen dürfen.

Die wenigsten Hunde dieser Gruppe eigenen sich für Wach- oder Schutzaufgaben. Territoriales Verhalten tritt sehr selten auf und die meisten Hunde der Sporting group lassen sich von allen anderen Tieren auf der Nase herumtanzen – solange es ihnen Spaß macht.

Die bekanntesten Vertreter Gruppe der Jagdhunde sind:

  • Cocker Spaniel
    Cocker Spaniel sind ausgezeichnete Familienhunde. Sie zeichnen sich durch ihr aufgeschlossenes, lebhaftes und freundliches Gemüt aus. Diese aus England stammende Rasse kommt mit Menschen und anderen Hunden wunderbar klar. Allerdings darf man den Jagdinstinkt dieses kompakten Hundes nicht unterschätzen. Der ideale Halter eines Cocker Spaniels ist aktiv und sportlich.

    Die meisten Hunde dieser Rasse haben keine Probleme damit, auch mal einige Stunden alleine zu sein und sind relativ gut zu trainieren. Sie sind verspielt, Kinderfreundlich und sabbern nicht.

    Pro: robust, relativ selbstständig, verspielt, sabbert nicht
    Contra: ausgeprägter Jagdtrieb, bellt gerne, hat einen ausgeprägten Dickkopf

    Als erster Hund geeignet: Ja. Allerdings braucht der Cocker Spaniel eine konsequente Erziehung ohne Härte. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Trainer ist vor allem in der ersten Zeit ratsam.

  • Golden Retriever
    Der Golden Retriever ist ein idealer Familienhund und perfekt für Menschen, die sich zum ersten Mal einen Hund in ihr Leben holen.

    Die mittelgroße Rasse hat sich unter anderem durch ihrem Gehorsam („will to please“) und ihre Lernfreude einen Namen gemacht. Darüber hinaus ist sie absolut kinderfreundlich und kommt in aller Regel hervorragend mit anderen Tieren aus.

    Golden Retriever verfügen über einen hohen bis sehr hohen Energielevel und sind extrem verspielt. Das kommt vor allem dann zum Tragen, wenn ein Retriever Wasser sieht. Das kann in Form eines Ozeans, eines Sees, einer Pfütze oder auch nur eines Schlammlochs sein, in dem vor Tagen einmal Wasser gestanden haben könnte. Solange es feucht ist, liegt der Golden Retriever drin.

    Pro: verspielt, freundlich, gehorsam
    Contra: neigt zu Übergewicht

    Als erster Hund geeignet: Ja.

  • Labrador Retriever
    Der Labrador gehört genau wie der Golden zu den Retrievern, also den Apportierhunden. Diese Rasse stammt ursprünglich aus der kanadischen Provinz Labrador, wo die Hunde Fischern dabei halfen, die Netze aus dem Wasser zu ziehen, indem sie Rückholleinen der Netze aus dem Wasser fischten und zum Fischerboot zogen.

    Labrador Retriever sind ideale Familienhunde und perfekte Hunde für Erstbesitzer. Sie lieben Menschen und Kinder wie kaum eine andere Rasse und zeichnen sich durch ihre ruhige Art, ihr friedliches Wesen und ihre bedingungslose Freundlichkeit aus.

    Dabei hat sich der Labrador seine Aktivität und seine Arbeitsfreude ebenso bewahrt wie seine Liebe zum Wasser. Als Blindenführhund, Rettungs- und Lawinensuchhund kommen Labradore auf der ganzen Welt zum Einsatz.

    Pro: sehr freundlich zu Menschen und anderen Tieren, bellt verhältnismäßig selten, ist einfach zu trainieren
    Contra: neigt zu Übergewicht

    Als erster Hund geeignet: Ja.

  • Portugiesischer Wasserhund
    Beim Cão de Água Portuguese, wie diese Rasse offiziell heißt, darf man sich nicht vom freundlich wirkenden, wuscheligen Aussehen täuschen lassen. Portugiesische Wasserhunde verfügen über ein ausgeprägtes Temperament und gelten gemäß Rassestandard als „streitsüchtig“. Wer einen Hund mit einem hohen Energielevel und einem ganz eigenen Charakter möchte, könnte in diesem Portugiesen allerdings den Freund für’s Leben finden.

    Die Erziehung dieser Rasse erfordert einiges an Erfahrung und Weitsicht. Wenn es nicht gelingt, eine klare Rangordnung herzustellen und diese ohne Druck zu kommunizieren (das würde den Wasserhund nur verunsichern), dann stellt der Portugiesische Wasserhund seine eigene Show auf und lebt danach.

    Pro: robust, verliert kaum Haare, bellt relativ wenig
    Contra: streitlustig mit anderen Hunden

    Als erster Hund geeignet: Bedingt. Die Zuhilfenahme eines erfahrenen Trainers ist unbedingt ratsam.

  • Deutscher Wachtelhund

    Der Deutsche Wachtelhund hat es nur in meine Liste geschafft, um zu verdeutlichen, dass nicht alle Jagdhunde Familienhunde sind, die auch in einer Stadtwohnung gehalten werden können. Bei diesem Hund handelt es sich um eine Zucht von Jägern für Jäger.

    Rein optisch ähnelt der Wachtelhund einem Münsterländer. Er ist ein sozialer Hund, der nicht gerne alleine ist. Als Jagdgebrauchshund ist er wild- und raubwildscharf und neigt bei nicht ausreichender Auslastung dazu, auch schon mal stiften und wildern zu gehen.

    Pro: ein sehr facettenreicher Jagdhund, wild- und raubwildscharf, guter Begleithund
    Contra: läuft gerne mal weg, Neigung zum Wildern, häufig schwierig im Umgang mit anderen Haustieren

    Als erster Hund geeignet: Ja – wenn du aktiver Jäger bist, der die Jagdhundeausbildung mit dem Hund absolvieren kann.
    Nein – wenn du einen gemütlichen Familienhund suchst, um lange Abende vor dem Kamin zu verbringen.

Hounds (Hound group)

Bei den sogenannten Hounds handelt es sich ebenfalls um Jagdhunde. Der große Unterschied zur Gruppe der Jagdhunde ist, dass Hounds das Wild selbstständig verfolgen und stellen. Charakteristisch für Rassen dieser Gruppe ist der markante Spurlaut. Dabei handelt es sich um ein jaulendes Bellen, das dem Jäger zur Orientierung dient.

Hounds werden in zwei Gruppen aufgeteilt, die scenthounds und die sighthounds. Während scenthounds Meister darin sind, Duftspuren mit ihrer Nase zu verfolgen, jagen sighthounds ihre Beute auf Sicht.

Zur Gruppe der Hounds gehören unter anderem:

  • Beagle
    Der in Deutschland bekannteste Vertreter der Hound group ist wohl der Beagle. Der verspielte Hund mit seiner freundlichen Art hat sich in den vergangenen Jahren zu so etwas wie einem Modehund entwickelt.

    Man darf sich allerdings vom niedlichen Aussehen und den relativ kurzen Beinen nicht täuschen lassen. Ein Beagle weiß genau, was er will, verfügt über einen ausgezeichneten Geruchssinn und fast legendäre Schnelligkeit.

    Dazu gesellt sich ein ausgeprägter Jagdtrieb. Wenn ein Beagle einen Hasen im Gebüsch wittert, ist er erst einmal weg. Da hilft kein Rufen und kein Bitten. Man muss seinem Beagle von Anfang an klarmachen, wer die Rechnungen bezahlt und daher Chef des Janzen ist, sonst turnt einem der Hund sein Leben lang auf der Nase herum.

    Pro: verspielt, energiegeladen, kinderfreundlich, intelligent
    Contra: ausgeprägter Jagdtrieb, bellt gerne und häufig, manche Exemplare haben häufiger gesundheitliche Beschwerden

    Als erster Hund geeignet: Ja. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Trainer ist allerdings ratsam.
  • Basset Hound
    Die zwei unverkennbaren Markenzeichen des Basset Hound sind wohl seine langen Ohren, die bei manchen Exemplaren bis auf den Boden reichen, und der traurige Blick, der durch die heruntergezogenen Augenlider verursacht wird. Dieser traurige Blick aber täuscht. In Wahrheit sind Bassets wahre Frohnaturen und eigenen sich prima als Familienhunde. Sie sind robust, ruhig und ausgeglichen.

    Wie seine kurzen Beine unschwer vermuten lassen, sind Bassets keine schnellen Läufer, dafür aber gute und leidenschaftliche Jäger. Hat der Basset eine Fährte aufgenommen, die ihn interessiert, macht er sich auch schon mal aus dem Staub, um sie zu verfolgen.
    Außerdem sabbern viele Exemplare hingebungsvoll.

    Pro: perfekter Familienhund, Frohnatur, gehorsam
    Contra: als Schweißhunde bellen Bassest gerne, Überzüchtungen haben teilweise zu gesundheitlichen Problemen geführt.

    Als erster Hund geeignet: Ja. Zwar gibt es einfachere Hunde zu trainieren, aber sein bisweilen recht simples Gemüt macht der Basset Hound durch sein absolut freundliches Wesen wieder wett.
  • Bloodhound
    Der Bluthund, wie der Bloodhound im Deutschen genannt wird, zählt zu den ältesten Laufhunderassen der Welt. Darüber hinaus wird ihm die feinste Nase in der Hundewelt zugesprochen. Bluthunde sind in der Lage, Spuren zu finden, die mehrere Tage oder Wochen alt sind oder sich bis zu zehn Meter tief unter Wasser befinden.

    Das Gemüt dieses Jagdhundes als freundlich zu beschreiben, wäre eine Untertreibung. Der Bloodhound ist ein empfindsames, sanftes und anhängliches Wesen. Er zeigt eine große Toleranz gegenüber Kindern und anderen Haustieren. Dennoch sieht man den Bluthund selten als reinen Familienhund.

    Der Bluthund erfordert einen erfahrenen Führer, denn er ist für seinen Dickkopf bekannt. Erscheint ihm ein Kommando nicht sinnvoll, schaltet der faltige Kopf auf stur. Dabei ist er extremst sensibel, was ihn äußerst empfindsam für Lob und Tadel macht. Wer bei einem Bluthund einmal über die Stränge schlägt, muss sich dessen Vertrauen erst mühsam zurückgewinnen.

    Pro: absolut kinderfreundlich, verträgt sich mit anderen Haustieren
    Contra: kann sehr stur sein, wenn er eine Fährte aufgenommen hat und folgt dieser gerne auch mal ohne Erlaubnis, neigt zu Übergewicht

    Als erster Hund geeignet: Nein. Der Bluthund braucht einen erfahrenen Führer, der seiner sturen Natur mit dem richtigen Maß an Konsequenz entgegentreten kann.

Terrier (Terrier group)

Terrier sind quirlige und lebensfreudige Hunde, die über ein enormes Energielevel verfügen. Alle Terrier eint ihre grenzenlose Intelligenz und ihr Mut. Außerdem sind für ihr teilweise überschäumendes Selbstbewusstsein berühmt.

Vertreter dieser Rasse sind äußerst lauf- und spielfreudig, anhänglich und treu. Allerdings sind sie auch als troublemaker bekannt. Terrier raufen und jagen gerne. Wer ihnen zu viele Freiheiten lässt, wird dies schnell bereuen. Der Unterschied zwischen Terrier und Terror besteht nur aus zwei Buchstaben. 

Die Fédération Cynologique Internationale unterteilt die Terrier in vier Sektionen:

  • Hochläufige
  • Niederläufige
  • Bullartige
  • Zwerg-Terrier

Zur Gruppe der Terrier zählen unter anderem:

  • Airedale Terrier
    Der Airedale Terrier zählt zu den ältesten und am vielseitigsten einsetzbaren Gebrauchshunderassen der Welt. Der mittelgroße Hund, der auch „König der Terrier“ genannt wird, ist ein toller Familienhund, der auch für unerfahrene Hundeliebhaber geeignet ist.

    Airedale Terrier sind Energiebündel, die für jedes Abenteuer zu haben sind. Es gibt kaum etwas, das diese Hunde nicht mitmachen würden. Sie sind extrem anpassungsfähig und ausgeglichen. Ein Airedale Terrier scheint stets zu wissen, was man von ihm erwartet und wie er sich zu benehmen hat. Das macht ihn zu einem tadellosen Gesellschaftshund, den man in jedes Restaurant mitnehmen kann. 

    Airedale Terrier neigen zu dominantem Verhalten, was eine konsequente Erziehung notwendig macht. Wer Konsequenz allerdings mit Härte und Gewalt verwechselt, wird an dieser Hunderasse zerbrechen, denn dann schaltet der Airedale auf stur und macht genau das Gegenteil von dem, was man von ihm erwartet.

    Pro: intelligenter Hund, der einfach zu trainieren ist, Airedale Terrier haaren so gut wie nie, freundlich im Umgang mit Kindern
    Contra: schwierig im Umgang mit kleinen Haustieren, legt oft dominantes Verhalten an den Tag

    Als erster Hund geeignet: Ja. Die Zuhilfenahme eines erfahrenen Trainers ist ratsam.

  • American Staffordshire Terrier
    Der Am-Staff, wie der American Staffordshire Terrier auch genannt wird, polarisiert als Rasse so sehr wie keine andere auf der Welt. Von vielen als „gefährlicher Kampfhund“ verteufelt und in den meisten europäischen Ländern als potentiell gefährliche Rasse auf entsprechende Listen gesetzt, wird er in Großbritannien als Nanny Dog aufgrund seiner Familientauglichkeit sehr geschätzt.

    American Staffordshire Terrier werden – wie jeder andere Hund auch – als weiße Leinwand geboren. Aggressivität ist ihnen völlig fremd. Am-Staffs streiten sich nicht häufiger oder seltener mit ihren Geschwistern als alle andere Rassen. 

    Im Umgang mit anderen Hunden und vor allem mit solchen, die durch eine gewisse Unsicherheit auffallen, kann es mit American Staffordshire Terriern zu Problemen kommen, da diese oft dazu neigen, sehr dominant aufzutreten, was nicht von allen Hunden toleriert und entsprechend quittiert wird.

    Pro: sehr treu und loyal, überaus kinderfreundlich, verspielt bis hin zur Albernheit
    Contra: manchmal schwierig im Umgang mit anderen Hunden, sehr willensstark bis hin zur Sturheit, bleibt nicht gerne alleine

    Als erster Hund geeignet: Nein. Die Charakterstärke eines Am-Staffs erfordert einen ebenbürtigen Gegenspieler. Bevor man es mit dem Dominanzgehabe eines pubertierenden American Staffordshire Terriers aufnehmen möchte, sollte man bereits den einen oder anderen Hund einer leichter zu führenden Rasse in die Schranken gewiesen haben.
  • Drahthaar-Foxterrier
    Naturbursche sucht Gleichgesinnte: Drahthaar-Foxterrier sind äußerst charmant, klug, witzig und lebhaft. Es gibt wohl kein Abenteuer, für das diese quirligen Hunde nicht zu haben sind. Allerdings braucht dieser ehemalige Fuchsjäger eine konsequente Erziehung und viel Bewegung. 

    Wer einen Drahthaar-Foxterrier mit einer Aufgabe bedenkt, wird mit grenzenloser Begeisterung belohnt. Diese Hunde überschlagen sich förmlich darin, es ihren Menschen recht zu machen. Allerdings nutzen sie auch jede Führungsschwäche sofort aus und übernehmen gerne das Kommando. 

    Die idealen Halter eines Drahthaar-Foxterriers leben ein aktives Leben, verfügen über etwas Erfahrung in Hundeerziehung, haben genügend Zeit, die sie ihrem vierbeinigen Freund widmen können und bringen ein bisschen Nervenstärke mit. 

    Pro: kinderfreundlich, haart nicht, leicht zu trainieren
    Contra: bellt gerne, sucht gerne Streit mit anderen Hunden, nutzt Führungsschwäche gnadenlos aus

    Als erster Hund geeignet: Bedingt. Die Zuhilfenahme eines erfahrenen Trainers wird dringend empfohlen.

  • Jack Russell Terrier
    Beim Jack Russell Terrier handelt es sich um eine noch sehr junge Rasse, die erst im Jahr 2000 von der FCI anerkannt wurde. Von seinen nahen Verwandten, den Parson Russell Terriern, unterscheidet sich der Jack Russell Terrier vor allem in der Länge der Beine und der damit verbundenen Höhe des Widerrist von nur 25 bis 30 Zentimeter.

    Jack Russell Terrier sind extrem aktiv, lebensfreudig und quirlig. Sie sind die perfekten Begleithunde für den Stall, für lange Ausritte oder Spaziergänge im Wald. Wer ein Leben auf der Couch bevorzugt, wird mit diesem Hund nicht glücklich.

    Die Erziehung dieser Hunde muss liebevoll-konsequent geschehen und auch den intensiven Jagdtrieb dieser Rasse miteinbeziehen. Schwächen in der Rudelführung erkennt dieser kluge Hund sofort und nutzt sie zu seinem Vorteil.

    Pro: toller Familienhund, sabbert nicht, leicht zu trainieren
    Contra: ausgeprägter Jagdtrieb, bellt oft und gerne, Kleintiere und Katzen werden schnell zu Beute erklärt

    Als erster Hund geeignet: Bedingt. Die Zuhilfenahme eines erfahrenen Trainers wird dringend empfohlen.

  • Yorkshire Terrier
    Man mag es kaum glauben, aber der Yorkshire Terrier ist ein Jagdhund, der ursprünglich zur Rattenjagd eingesetzt wurde. Wer in diesem kleinen, quirligen Kerl vor allem ein Schoßhündchen mit rosa Schleifchen im Haar sieht, sollte noch einmal ganz genau hinsehen. Im Yorkshire Terrier verbirgt sich eine wahre Kämpfernatur. Diese Rasse ist mutig und selbstbewusst und geht auch Konfrontationen mit großen Hunden nicht aus dem Weg.

    Yorkshire Terrier sind überaus intelligent und lernbegierig. Wenn man erst einmal ihr Interesse geweckt hat, machen sie bei Trainingseinheiten bereitwillig mit. Einem souveränen und vor allem konsequenten Rudelführer ordnen sie sich gerne unter. 

    Trotz seiner Größe ist der Yorkshire Terrier – wie es sich für einen anständigen Terrier gehört – bereit, sein Haus und seine Familie notfalls mit Haut und Haar zu verteidigen, auch wenn er dabei den Kürzeren ziehen könnte. Größere Hunde, die seinen Weg kreuzen, werden schon mal lautstark daran erinnert, wer im Yorkie-Revier wirklich das Sagen hat. 

    Pro: eignet sich ideal für die Wohnung, relativ einfach zu trainieren, haart wenig
    Contra: bellt gerne und viel, hat oft ein Problem mit Katzen

    Als erster Hund geeignet: Ja. Allerdings muss man sich dem Dominanzgehabe frühzeitig widmen, um den Familienfrieden dauerhaft zu wahren. 

Arbeitshunde (Working group)

Die Gruppe der Arbeitshunde, im System des American Kennel Club „working group“ genannt, ist mit Abstand die größte Gruppe und umfasst Rassen, die ursprünglich ausschließlich für ihre Leistung und nicht für ihr Aussehen gezüchtet wurden. Was all die Hunde der working group eint: Sie sind überaus robust und haben einen extrem starken eigenen Willen. Die working group ist zweifelsohne die facettenreichste Gruppe im AKC und schließt Rassen wie den Alaskan Malamute, den Boxer, den Dobermann, den Rottweiler oder die Deutsche Dogge ein.

Die Aufgaben eines Arbeitshundes sind vielfältig und reichen von Einsätzen als Rettungshunde, Diensthunde für Polizei und Militär oder Schlittenhunde zum Ziehen von Lasten. Bis 1983 waren auch die Hütehunde der herding group Teil der working group, bis diese einfach zu groß wurde und weiter unterteilt werden musste.

Keine Hunde für Unerfahrene 

Arbeitshunde sind generell gesprochen nicht die idealen Hunde für unerfahrene Halter. Ihre schiere Größe gepaart mit einer ordentlichen Portion Intelligenz kann sich schnell zum Problem entwickeln, wenn der Halter keine Erfahrung in der Erziehung von Hunden und der Korrektur von unerwünschtem Verhalten hat.

Auf der anderen Seite gibt es aber unter den Arbeitshunden Rassen, die einfacher zu erziehen und zu führen sind. Ein Beispiel dafür ist die lammfromme – aber sture und dickköpfige – Dogge, die sich selbst in der kleinsten Wohnung wohl fühlt, weil sie sich da noch näher an dich kuscheln kann.

Diese Rassen zählen unter anderen zu den Arbeitshunden der working group:

  • Alaskan Malamute
    Der Alaskan Malamute zählt zu den ältesten arktischen Hunderassen und ist gleichzeitig die größte der vier Schlittenhunderassen (Grönlandhund, Sibirischer Husky und Samojede). Leider hat sich der Malamute in den letzten Jahren – wie der Husky – zu einem Modehund entwickelt, sodass sich heute vermutlich 90% aller Schlittenhunde in den Händen von Menschen befinden, die keinen Schlittenhund brauchen, die ihn nicht artgerecht halten können und nicht einmal wissen, wie eine artgerechte Haltung aussehen könnte.

    Die Lokomotive des Nordens ist kein Hund für Anfänger. Malamutes stellen keine besonders starken Bindungen mit Menschen her. Gleichzeitig sind sie äußerst dominant und stellen die bestehende Rangordnung permanent infrage. Bei einem Hund dieser Größe endet das schnell in einem Meinungsaustausch: Der Mensch kommt mit seiner Meinung und geht mit der des Hundes. 

    Für die Erziehung eines Malamutes braucht es viel Erfahrung im Umgang mit Hunden und ihrer Körpersprache und jede Menge Geduld. Ruhig, aber konsequent muss man diesem Schlittenhund immer wieder beweisen (!), dass man noch die Zügel in der Hand hat und immer noch der Leithund ist. Der Malamute wird dies Zeit seines Lebens anzweifeln und den richtigen Moment abpassen, um die Fühung des Rudels zu übernehmen.

    Je ausgeglichener ein Schlittenhund ist, desto leichter ist er zu führen. Ausgeglichenheit erzeugt man beim Malamute vor allem durch viel Bewegung. Ideal wäre es, wenn der Halter einen Schlitten oder, für den Sommer, einen Wagen hätte, in dem er sich vom Hund übers Land ziehen lassen könnte.

    Pro: intelligent, als Wachhund geeignet, robust
    Contra: extrem dominant, territorial, bellt gerne, verliert extrem viele Haare, eignet sich nicht für eine Wohnung und das Stadtleben, schwieriger zu trainieren als andere Hunde

    Als erster Hund geeignet: Nein! (Vorsicht vor der Oohh-Falle. Ja, die Augen sind so oooohhh. Trotzdem nein!)

  • Berner Sennenhund
    Der Berner Sennenhund hingegen ist ein ausgezeichneter Familienhund und auch für unerfahrene Halter geeignet. Sein freundliches und ruhiges Wesen haben dem Berner Sennenhund einen Platz in der Liste der geeigneten Assistenzhunde eingebracht. Trotzdem ist er auch als Wachhund nicht zu verachten, obgleich ihm Aggressionen absolut fremd sind. Ein Bellen reicht bei der Größe in der Regel, um die meisten Spitzbuben zu verscheuchen.

    Berner Sennenhunde sind toll im Umgang mit Kindern. Schreiende und tobende Horden von Mini-Menschen lassen den sanften Riesen gänzlich kalt. Wenn er nicht mitspielen darf, dann passt er halt auf, dass niemandem etwas passiert. 

    Berner Sennenhunde sind ausdauernde Arbeitshunde und können sowohl im Zugsport als auch in der Rettungsarbeit oder als Therapiehund eingesetzt werden. Auf Reize seiner Umwelt reagiert er gelassen.

    Pro: idealer Familienhund, kinderfreundlich, bellt wenig, sehr gehorsam, einfach zu trainieren
    Contra: geringe Lebenserwartung von acht bis zehn Jahre, sabbert und haart viel, verträgt höhere Temperaturen nur schlecht

    Als erster Hund geeignet: Ja.

  • Bordeauxdogge
    Wer es im Leben gerne ein wenig ruhiger angehen lässt und lange Abende mit Hund vor dem Kamin genießen möchte, dem sei die Bordeauxdogge wärmstens ans Herz gelegt. Dieser bullig wirkende Hund ist sanftmütig, verschmust und gelassen wie kaum ein anderer Hund auf der Welt.

    Die Bordeauxdogge, die auch Bordeaux Mastiff oder französischer Mastiff genannt wird, bringt so leicht nichts aus der Ruhe. Der sanfte Riese genießt nichts mehr als ins Leben seiner Familie einbezogen zu werden. Bordeauxdoggen sind äußerst gehorsam und relativ leicht zu trainieren, obwohl sie einen leichten Dickkopf haben. Diesem wird man allerdings mit liebevoller Konsequenz schnell Herr.

    Wer einen Sportkamerad für ausgedehnte Joggingtouren sucht, wird mit einer Bordeauxdogge nicht glücklich. Sie verfügt lediglich über ein mittleres Energieniveau. Das heißt, dass sie auch stundenlange Wanderungen problemlos mitmacht, danach aber genau so froh ist, sich für ein paar Stunden aufs Ohr legen zu können.

    Pro: überragend kinderfreundlich, bellt selten, mittlerer Energielevel, relativ einfach zu trainieren
    Contra: neigt zum Sabbern, dickköpfig, neigt zu Übergewicht

    Als erster Hund geeignet: Ja. Die Zuhilfenahme von einem erfahrenen Trainer wird allerdings dringend empfohlen.

  • Boxer
    Boxer sind wahre Energie- und Kraftpakete. Sie sind friedlich und doch stets bereit, sich und seine Lieben zu verteidigen, stur und doch ausgeglichen. Vermutlich ist diese Vielseitigkeit, die das Multitalent Boxer zu so einem beliebten Familienhund macht.

    Vom Temperament seines direkten Vorfahren, dem Brabacher Bullenbeißer, der im weiteren Verlauf mit einer englischen Bulldogge gekreuzt wurde, um den Hund zugänglicher und weniger gefährlich für den Menschen zu machen, hat der heutige Boxer nichts mehr. 

    Er ist absolut kinderfreundlich, kommt mit allen anderen Haustieren klar, jagt nicht, sabbert nicht, haart nicht. Boxer können hervorragend in Wohnungen gehalten werden und sind einfach zu trainieren. Trotz ihrer Freundlichkeit eigenen sie sich aufgrund ihres Aussehens und imposanten Bellens auch als Wachhund. Fremden gegenüber kann ein Boxer misstrauisch und distanziert reagieren.

    Wer seinem Boxer eine Aufgabe gibt, wird einen eifrigen Hund erleben, der erst aufhört, wenn er erledigt hat, was man von ihm erwartet.

    Pro: idealer Familienhund, sabbert nicht, haart nicht, bellt selten, einfach zu trainieren, wohnungsgeeignet, kinderfreundlich, sehr loyal, verspielt
    Contra: neigen zu Gelenkdeformationen wie Hüftgelenksdysplasie oder Arthrose

    Als erster Hund geeignet: Ja.

  • Dobermann
    Der Dobermann ist in erster Linie ein Gebrauchshund für Wach- und Schutzaufgaben. Im Rassestandard fordert der FCI eine „mittlere Schärfe und mittlere Reizschwelle“, was ihn zum idealen Gebrauchshund für Polizei und Militär macht.

    Das bedeutet allerdings nicht, dass Dobermänner aggressive Beißer wären. Wer einen Dobermann angemessen erzieht und beschäftigt, wird vielmehr die alberne und verschmuste Seite dieses Hundes kennenlernen. In einer Familie glänzt er durch Kinderliebe, Treue und Loyalität.

    Dobermänner lassen sich im Allgemeinen sehr gut führen, sind äußerst gelehrig und besitzen eine hohe Arbeitsfreude. Viel Bewegung und mentale Beschäftigung sind notwendig, um den Ansprüchen dieses tollen Hundes gerecht zu werden.

    Pro: hoch intelligent, einfach zu trainieren, perfekter Wachhund, haart kaum
    Contra: neigt dazu, schneller als andere Rassen zuzubeißen, schwierig im Umgang mit anderen Haustieren wie Katzen,  bellt gerne

    Als erster Hund geeignet: Nein. Dobermänner benötigen einen erfahrenen Führer, der sich in Mensch-Hund-Kommunikation auskennt. 


  • Rottweiler
    Rottweiler wurden schon von den alten Römern als Treib- und Hütehunde geschätzt und gezüchtet. Das macht den sanften Riesen zu einer der ältesten Hunderassen der Welt.

    Trotz ihres sanften Gemüts sind Rottweiler geschätzte Diensthunde bei Polizei und Militär, wo sie auch mal ordentlich zufassen können, wenn es sein muss. Bereits seit 1910 wurde die Rasse in Deutschland offiziell als Diensthund zugelassen.

    Der Rassestandard der FCI beschreibt den Rottweiler als „freundlich und von friedlicher Grundstimmung, anhänglich, kinderliebend und gehorsam“. Leider hat diese gemütliche Grundstimmung nicht verhindern können, dass diese Rasse als aggressiv in Verruf geraten und in vielen Ländern sogar auf der Liste der potentiell gefährlichen Hunde ist.

    Die Schuld daran haben sowohl verantwortungslose Züchter, die wahre Beißmaschinen kreiert haben, aber auch überforderte Halter, die  mangelnde oder inkonsequente Erziehung mit Tierliebe verwechselt haben, was bei einigen Hunden auch zu aggressivem Verhalten führen kann.

    In den richtigen Händen sind Rottweiler tolle Familienhunde, die für jeden Spaß zu haben sind. Sie sind überaus loyal und anhänglich. Dazu verfügen sie über ein Nervenkostüm, das seinesgleichen sucht. Ein gut erzogener und sozialisierter Rottweiler ist nicht gefährlicher als jede andere Rasse seiner Größe.

    Pro: treu, loyal und anhänglich, kinderlieb, leicht zu trainieren, hoher „will to please“, als Wachhund geeignet
    Contra: akzeptiert in der Regel nur von einem Menschen in der Familie Kommandos, durch fehlende Erziehung kam es in der Vergangenheit zu Beißattacken, in vielen europäischen Ländern ein „Listenhund“

    Als erster Hund geeignet: Klares nein! Rottweiler benötigen viel Erfahrung, Durchsetzungsvermögen und Geduld. Dem Hund muss frühzeitig beigebracht werden, sich unterzuordnen, Anweisungen Folge zu leisten und seine Kraft zu zügeln. 

  • Schnauzer
    Schnauzer sind wahre Allrounder. Die mittelgroßen Hunde mit ihrem markanten Schnurrbart und buschigen Augenbrauen verfügen über ein lebhaftes Temperament, wobei sie innerlich ganz ruhig und ausgeglichen sind. 

    Der sogenannte Mittelschnauzer  ist im Vergleich zum Riesenschnauzer und zum Zwergschnauzer derjenige, der dem ursprünglichen Rassetyp am nächsten kommt und der sich sein rustikales Aussehen bewahrt hat. Diese Hunde verfügen über eine starke Persönlichkeit mit ausgeprägten Eigenschaften, die sich auf den ersten Blick widersprechen.

    Obwohl sie sehr anhänglich sind, haben sie aber auch ihren eigenen Kopf und wollen den durchsetzen. Obwohl sie sehr verspielt sind und in der Regel auch mit anderen Haustieren klarkommen, sind sie gleichzeitig überaus aufmerksam und wachsam. Sie sind äußerst intelligent, gelehrig und gehorsam, übernehmen aber auch gerne die Führung, wenn sie das Gefühl haben, dass der Mensch eine Situation nicht im Griff hat. 

    Pro: verspieltes Energiebündel, haart nicht, einfach zu trainieren, wohnungsgeeignet, als Wachhund geeignet, wenig gesundheitliche Probleme, kinderfreundlich
    Contra: dickköpfig bis stur, bellt gerne und oft, kann auch schon mal nach Fremden schnappen, wenn ihm eine Situation bedrohlich vorkommt und er glaubt, dass sein Mensch die Lage nicht unter Kontrolle hat

    Als erster Hund geeignet: Ja. Zu Beginn ist es sinnvoll, sich von einem erfahrenen Trainer beraten zu lassen.

Haus- und Hofhunde (Non-sporting group)

Der American Kennel Club (AKC), an dessen Einteilung ich mich hier grob orientiere, teilte registrierte Rassen zunächst nur in zwei Gruppen auf: Jagdhunde (sporting group) und andere (non-sporting group). Als die Sache ein wenig zu unübersichtlich wurde, wurden Hounds und Terrier irgendwann aus der Gruppe der Jagdhunde herausgenommen und bildeten eine eigene Gruppe. Gleiches galt für die Begleithunde (toy group) und die Arbeitshunde (working group): Raus aus der non-sporting group, rein in die nach ihnen benannte neue Gruppe. Zu guter Letzt hat es noch die Hüte- und Treibhunde getroffen, die fortan nicht mehr den Arbeitshunden zugeordnet wurden, sondern Namensgeber für ihre eigene Gruppe waren.

Übrig blieb – im wahrsten Sinne des Wortes – der Rest. Der Haus- und Hofhund, für alles und nichts zu gebrauchen – aber in den meisten Fällen der perfekte Familienhund. 

Diese Rassen zählen unter anderem zu den Haus- und Hofhunden:

  • Boston Terrier
    Obwohl der Name anders vermuten lässt, handelt es sich beim Boston Terrier mitnichten um einen Terrier, sondern um einen doggenartigen Hund. Die kompakte Rasse zeichnet sich durch den fast quadratischen Kopf und die unverkennbaren Fledermausohren aus, die steil vom Kopf abstehen.

    Mit 43 Zentimeter Widerristhöhe bleiben Boston Terrier ziemlich klein und passen wirklich in jedes Leben. Sie sind mit einem Spaziergang von einer halben Stunde (viermal am Tag) zufrieden, stehen aber auch lange Wanderungen über Stock und Stein ohne zu Murren durch.

    Diese Hunde sind temperamentvoll und oft wahre Clowns. Zwar verfügen sie über ordentlich Feuer im Hintern, schlagen dabei aber selten über die Stränge. Ihr Energielevel befindet sich im mittleren Niveau. Boston Terrier sind unglaublich schnelle Lerner und lassen sich einfach erziehen. Für unerfahrene Besitzer ist dies eine perfekte Rasse.

    Pro: mittlerer Energielevel, kinderfreundlich, intelligent, wohnungsgeeignet, verspielt, lernwillig, beißt nicht, bellt nicht, haart nicht
    Contra: Aufgrund ihrer kurzen Beine können Boston Terrier kein Kaffee kochen und ihrem Menschen ans Bett bringen.

    Als erster Hund geeignet: Ja, ohne wenn und aber.

  • Dalmatiner
    Wer einen Dalmatiner auf lange Zeit glücklich machen möchte, muss ihm zwei Dinge garantieren: einen engen Familienanschluss und viel Bewegung.

    Dalmatiner sind tolle Ausdauersportler und freuen sich ein Loch in den Bauch, wenn sie ihre Menschen beim Joggen oder Radfahren begleiten dürfen. Sie schwimmen gerne, apportieren mit Leidenschaft und sind immer für einen stundenlangen Spaziergang im Wald zu haben.

    Dalmatiner sind äußerst sensible Hunde, die sich bei Spannungen in der Familie gerne zurückziehen. Das wirkt sich auch auf die Erziehung aus. Die verspielten Hunde reagieren viel eher auf Bestätigung und Lob als auf übertriebene Strenge oder gar Härte.

    Überdurchschnittliche viele Dalmatiner werden taub geboren. Selbst zwei hörende Hunde können taube Welpen zur Welt bringen. Vor dem Kauf oder der Adoption sollte man sich daher immer das Ergebnis eines Hörtests zeigen lassen

    Pro: unglaublich freundlich zu Menschen und Tieren, bellt selten, einfach zu trainieren
    Contra: neigt zu starkem Haarausfall, überdurchschnittlich viele taube Welpen, neigt zur Bildung von Harnsteinen (Dalmatiner-Syndrom)

    Als erster Hund geeignet: Ja. Dalmatiner sind einfach zu trainieren, reagieren aber äußerst sensibel auf Tadel.

  • Englische Bulldogge
    Auf den ersten Blick sieht die Englische Bulldogge nicht aus wie der perfekte Partner für’s Leben: Sie guckt immer ein bisschen grimmig, ist grenzenlos bequem und schnarcht. Und doch ist die Englische Bulldogge mit ihrem unverwechselbaren Charme, ihrem Humor, ihrer Loyalität und ihrer liebenswürdig-tollpatschigen Art ein Kandidat, den man genauer unter die Lupe nehmen sollte.

    Ihre grobe Gestalt und der stets etwas grimmige Gesichtsausdruck der Bulldogge sorgt bei vielen Menschen für Misstrauen, doch der ist fehl am Platze. Bulldoggen sind im Umgang mit ihren Menschen sehr feinfühlig und können manchmal sogar richtig sensibel reagieren. Wird ein Kommando ein wenig zu scharf erteilt, machen Bulldoggen gerne auch mal zu und verhalten sich in der Folge buchstäblich trotzig. 

    Diese Rasse ist einfach zu erziehen, perfekt für ein gemütliches Leben in einer Wohnung geeignet und ist ausgesprochen kinderlieb. Bulldoggen können auch schon mal drei, vier Stunden alleine im Haus bleiben, da sie die Zeit in der Regel einfach verschlafen.

    In der Vergangenheit ist es immer wieder zu Überzüchtungen gekommen, die vor allem zu gesundheitlichen Problemen geführt haben. Übergroße Köpfe, zu kurze Nasen, extrem faltige Gesichter und unproportional kurze Beine haben schließlich zu Qualzuchten geführt. Sowohl der britische Kennel Club als auch die FCI haben daher im Jahr 2009 gegen den Protest vieler Züchter, neue Standards eingeführt. Danach steht bei allen Zuchten vor allem das Wohl des Hundes im Vordergrund.

    Pro: unglaublich freundliche Wesen, kinderlieb, bellt nicht, kann längere Zeit alleine bleiben, wohnungsgeeignet, relativ verspielt, relativ einfach zu trainieren
    Contra: neigt zu Übergewicht, neigt zum Sabbern

    Als erster Hund geeignet: Ja. Wer sich am Anfang von einem erfahrenen Trainer zeigen lässt, wie eine erfolgreiche Mensch-Hund-Kommunikation ablaufen kann, wird noch mehr Spaß an seiner Bulldogge haben.

  • Pudel
    Pudel sind überaus loyal und menschenbezogen und bestechen durch ihre unglaubliche Intelligenz. Sie sind bekannt dafür, sich etliche Namen von Objekten merken und diese auf Zuruf bringen zu können.

    Ob als Rettungshund, als Therapie- oder als Blindenführhund – ein Pudel macht immer eine gute Figur. Er ist anpassungsfähig und weiß, sich zu benehmen. Auch fremden Menschen gegenüber zeigt er sich aufgeschlossen und freundlich.

    Im Umgang mit anderen Hunden zeigt sich der Pudel souverän. Aggression liegt ihm fern und ein Pudel, der einen anderen Hund angreift, muss wohl erst noch geboren werden. Trotzdem fühlt sich diese Rasse wohler, wenn sie ihr Zuhaue nicht mit anderen Hunden teilen muss. 

    Pro: haart nicht, extrem verspielt, einfach zu trainieren, wohnungsgeeignet, robust, kinderfreundlich
    Contra: Die meisten Pudel sind furchtbare Gitarristen. 

    Als erster Hund geeignet: Ja, unbedingt.

  • Shiba Inu
    Der Name des Japaners ist Programm: Shiba Inu heißt übersetzt kleiner Hund und dem ist nur schlecht zu widersprechen. Von der kompakten Größe sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. Wer sich diesen japanischen Spitz ins Haus holen möchte, sollte seine Hausaufgaben in Sachen Hundeerziehung gemacht haben und außerdem ein aktives Outdoor-Leben führen.

    Nur wer eine ausgeprägte Führungspersönlichkeit ist, wird mit einem Shiba Inu glücklich werden. Diese Rasse verfügt über so gut wie keinen „will to please“ und sieht sich selbst als den besten Rudelführer, wenn man sie nicht eines Besseren belehrt. Das allerdings muss einfühlsam und mit Geduld vonstatten gehen. Grobes Vorgehen, Inkonsequenz oder Unsicherheiten merkt sich der japanische Hund und wird sich fortan nicht mehr unterordnen. Dann kommt die dominante Seite des Shiba Inu zum Vorschein, mit der man im Notfall erst einmal fertigwerden muss. 

    Diese Hunde müssen früh sozialisiert werden. Außerdem muss man sich im Klaren sein, dass ein Freilauf aufgrund eines hohen Jagdtriebs nicht immer möglich ist. 

    Pro: sehr gelehrig, perfekter Wachhund, robust und gesund, kann sich auch gut einige Zeit lang alleine beschäftigen
    Contra: extrem dominant, extrem territorial, kaum „will to please“, kann schnell überreagieren und zuschnappen, schlecht im Umgang mit anderen Haustieren

    Als erster Hund geeignet: Nein.

Begleithunde (toy group)

Begleithunde werden einzig und allein für den Zweck gezüchtet, den Menschen Gesellschaft zu leisten. Die Amerikaner nennen diese Gruppe die „Spielzeug-Gruppe“, aber das ist wohl der schlechteste Begriff, den man für eine Gruppe von lebendigen Wesen wählen konnte. Obwohl diese Hunde winzig sind, handelt es sich in keinem einzigen Fall um ein Spielzeug, sondern um ein empfindsames Lebewesen mit Bedürfnissen und Gefühlen.

Begleithunde mögen hinsichtlich ihrer Körpergröße anderen Hunden hinterherhinken, das aber machen sie mit ihrer Persönlichkeit wieder wett. Die Rassen dieser Gruppe sind verschmust, anhänglich, überaus treu und loyal und gesellschaftlich überwiegend akzeptiert.

Begleithunde eigenen sich hervorragend für ein Leben in der Stadt und in einer Wohnung, können fast überall mit hingenommen werden und wissen in den meisten Fällen, sich zu benehmen.

Unter anderem sind es diese Rassen, die zu den Kleinhunden gezählt werden:

  • Cavalier King Charles Spaniel
    Der Cavalier King Charles Spaniel macht seinem Namen alle Ehre. Der kleine Kavalier weiß immer, sich zu benehmen, ist immer freundlich und stets gut gelaunt. Mit anderen Hunden kommt er genauso zurecht wie mit Kindern. Diese Rasse neigt nicht zum Kläffen und taugt daher nicht zum Wachhund.

    Cavalier King Charles Spaniels sind die perfekten Wohnungshunde und wie gemacht für unerfahrene Hundehalter. Sie verfügen über ein mittleres Energielevel, sind leicht zu trainieren und angenehm verspielt.

    Cavalier King Charles Spaniels können an einer Krankheit leiden, die nur bei dieser Rasse auftritt: Episodic Falling Syndrome. Dabei kommt es nach Anstrengungen oder Stress zu Muskelverkrampfungen wie bei einem epileptischen Anfall, wodurch sich der Hund nicht mehr bewegen kann und umfällt. Diese Anfälle sind schmerzlos und können therapiert werden. Wichtig ist, dass EFS nicht mit Epilepsie verwechselt wird, da die Behandlungsmethoden unterschiedlich sind.

    Pro: ausgeglichen und ruhig, freundlich und stets gut gelaunt, perfekter Wohnungshund, perfekter Anfängerhund, bellt selten, haart wenig
    Contra: Fälle von Episodic Falling Syndrome

    Als erster Hund geeignet: Ja!

  • Chihuahua
    Beim Chihuahua handelt es sich um die kleinste Hunderasse der Welt. Von der Größe und der Tatsache, dass der wahrscheinlich berühmteste Chihuahua in der Handtasche von Paris Hilton lebt, darf man sich nicht täuschen lassen. Diese mexikanische Rasse ist ein richtiger Hund.

    Der Chihuahua steht gerne im Mittelpunkt und macht seinen Menschen auch schon mal mit sinnlosem Bellen oder vorgetäuschten Verletzungen auf sich aufmerksam. Dann wird einfach so lange theatralisch durch die Wohnung gehumpelt, bis sich jemand des Schauspielers annimmt, was in den meisten Fällen zur wundersamen Spontanheilung führt. 

    Chihuahuas sind aktive Hunde, die auch größere Strecken mühelos absolvieren können und das gerne tun. Zwar bleiben sie bei Regen, Schnee und Kälte lieber in der Wohnung, wenn es dann aber rausgeht, brauchen sie noch lange keinen Mantel. 

    Chihuahuas sind extrem verspielt und anhänglich, was oft dazu führt, dass man das Haus nicht ohne Hund verlassen kann. Bei Gefahr würde ein Chihuahua seinen Menschen ohne zu zögern verteidigen – und wenn es ihn das eigene Leben kosten würde. 

    Pro: anhänglich, loyal, treu, verspielt, verschmust, wohnungsgeeignet, haart wenig, einfach zu trainieren
    Contra: im Haus lebende Kinder sollten nicht viel jünger als sechs Jahre sein, bellt gerne, täuscht Verletzungen vor, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, oft schwierig im Umgang mit anderen Haustieren.

    Als erster Hund geeignet: Ja!

  • Malteser
    Wer sich nichts Schöneres vorstellen kann, als jede Minute eines Tages mit seinem Hund zu verbringen, der wird den Malteser lieben. Seine geringe Größe macht er mit seiner positiven Lebenseinstellung und der lebendigen Ausstrahlung wieder wett. Malteser sind klug, überaus freundlich und einfach zu trainieren. Sie sind wachsam, neigen allerdings nicht zum Bellen.

    Das Schlimmste, was man einem Malteser antun kann, ist, ihn alleine zu lassen. Diese Rasse wurde für den alleinigen Zweck gezüchtet, einem Menschen Gesellschaft zu leisten. Kann er das nicht, dann ist für einen Malteser die Welt nicht mehr in Ordnung. 

    Doch es gibt wenig Grund, diesen eleganten Hund alleine zu lassen. Er ist ein unkomplizierter Begleiter, der sich gut anpassen kann und stets weiß, sich zu benehmen. Selbst Anfänger haben keine Probleme, diesen lernwilligen Hund zu erziehen und ihm sogar das eine oder andere Kunststück beizubringen. 

    Pro: klug, freundlich, kinderlieb, intelligent, wohnungsgeeignet, einfach zu trainieren
    Contra: kann nur  ganz schlecht alleine bleiben, bellt häufiger

    Als erster Hund geeignet: Ja!

  • Mops
    Der Mops ist vermutlich eine der unterhaltsamsten Rassen der Welt und gilt als der Clown in der Hundewelt. Doch es ist nicht nur das niedliche Gesicht mit den großen Augen und den tiefen Falten, der Betrachtern ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Diese Hunde haben wirklich Humor und denken sich aktiv immer neue Späße aus, um ihre Menschen zum Lachen zu bringen.

    Zwar kann der Mops auch mal eine ruhige Kugel schieben, trotz seiner kompakten Größe ist er aber alles andere als ein couch potato. Er ist verspielt und aktiv und gibt selbst bei Hindernisläufen eine tolle Figur ab.

    Mensch und Tier gegenüber ist der Mops immer freundlich aufgeschlossen, aber seine Familie geht ihm über alles. Er folgt seinen Menschen auf Schritt und Tritt und kann nur ganz schlecht alleine bleiben.

    Pro: einfach zu trainieren, perfekt für die Wohnung, immer freundlich, kinderlieb, tierlieb, bellt selten, äußerst humorvoller Hund
    Contra: haart relativ stark, neigt zu Übergewicht, viele Überzüchtungen auf dem Markt

    Als erster Hund geeignet: Ja.

Welcher Hund passt zu mir?

Um sich für den richtigen Hund zu entscheiden, bedarf es also deutlich mehr als ein paar Bilder im Internet. Wer eine Impulsentscheidung trifft, die auch noch auf Oberflächlichkeiten wie der Felllänge oder der Größe basiert, wird mit seinem Hund nicht glücklich werden.

Sich einen Hund ins Haus zu holen kommt mit einer jahrelangen Verantwortung, der man jederzeit gerecht werden muss. Lebt man alleine und hat niemanden, den man darum bitten kann, dann geht man eben auch mit 40 Grad Fieber in den Regen, weil sein Hund Durchfall hat.

Man sollte außerdem einen Fisch nicht nach seiner Fähigkeit zu fliegen beurteilen. Eine Englische Bulldogge ist ein toller Hund, aber nicht für einen Marathonläufer. Genau so ist ein Alaskan Malamute ein klasse Freund – für Menschen mit aktivem Outdoor-Leben irgendwo in der Wildnis.

Nimm Dir Zeit, bevor Du Dich für einen Hund entscheidest. Es tut weh, in die Augen eines Hundes zu schauen, den man im Tierheim zurücklassen muss, weil es einfach nicht mehr ging zuhause. Lass es nicht so weit kommen und mach Deine Hausaufgaben, bevor Du Dir das erste Bild eines Hundes ansiehst.

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