Das Rückwärtsniesen beim Hund ist nichts Gefährliches. Es handelt sich genau wie beim herkömmlichen Niesen um einen anfallsartigen Reflex, der überraschend kommt und nicht kontrollierbar ist. Anders als beim normalen Niesen, wobei viel Luft ausgestoßen wird, passiert beim Rückwärtsniesen genau das Gegenteil: Der Hund saugt ruckartig große Mengen an Luft durch die Nase ein.

Obwohl dieses Phänomen für den Hund nicht bedrohlich ist und in aller Regel nach wenigen Sekunden von alleine wieder verschwindet, reagieren viele Hundehalter beim ersten Mal panisch. Durch das Rückwärtsniesen entstehen röchelnde oder schnarchende Geräusche, die von besorgten Besitzern oft für Anzeichen eines Asthma- oder Erstickungsanfalles gehalten werden.

In diesem Artikel – der selbstverständlich das Okay unserer Tierärztin Selene Corsini erhalten hat – erfährst du, was die Ursachen für das Rückwärtsniesen sein können, welche Hunde vor allem betroffen sind und wie du dich im Falle eines „Anfalls“ verhalten solltest.


Ich muss gestehen, dass ich mehr als erschrocken war, als ich zum ersten Mal hilflos neben meinem Hund stand, der Geräusche machte, als würde er ersticken. Die Vorderbeine von sich gestreckt, die Ellenbogen abgespreizt, den Hals weit gestreckt und die Augen vor Schreck geweitet, versuchte er, so viel wie möglich Luft durch die Nase zu ziehen. Doch je stärker er saugte, desto weniger Luft gelangte in seine Lungen.

Ich hatte den Telefonhörer schon in der Hand, um meinen Tierarzt in die Spur zu schicken, aber noch bevor ich die Nummer gewählt hatte, war der Spuk auch schon wieder vorbei und mein Hund tat, als wäre nichts gewesen. Aber was bitte war das? Ein Asthmaanfall? Ein Erstickungsanfall? Eine Krankheit, die schnellstens behandelt werden muss? „Nein, nein und nein“, so mein Tierarzt, „das war ein Anfall von Rückwärtsniesen, auch Rückwärtshusten genannt.“ Ah, ja. Bitte, was?

Rückwärtsniesen beim Hund – was genau ist das?

Die gute Nachricht vorweg: Das Rückwärtsniesen beim Hund ist weder gefährlich noch handelt es sich um eine Krankheit. Es ist viel mehr ein Reflex, der dem normalen Niesen in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich ist. Genau wie beim Niesen kommt das Rückwärtsniesen für den Hund ebenso überraschend wie für seine Menschen. Der einzige Unterschied ist, dass die Luft beim Rückwärtsniesen nicht ausgestoßen, sondern eingesogen wird. Dabei kommt es zu einer Verengung des Rachenraumes, wodurch das röchelnde oder schnarchende Geräusch entsteht.

Was sind die Auslöser für Rückwärtsniesen?

Das Rückwärtsniesen wird durch eine Irritation des Nasen-Rachen-Raumes hervorgerufen. Die tritt allerdings nicht aus heiterem Himmel auf, sondern hat vielmehr einen Auslöser. Das kann Aufregung sein, Pollen, aber auch Parfums, Duftkerzen oder strenge Reinigungsmittel. Durch das Rückwärtsniesen versucht der Hund, diese Irritation, die oft mit Schleim hervorgeht, loszuwerden und zu schlucken.

Allerdings können auch medizinische Probleme Ursache für die Anfälle sein. Schwellungen im Rachen- und Kehlkopfbereich, beispielweise ausgelöst durch eine Entzündung der Mandeln oder des Rachens, können zu Attacken führen.

Welche Rassen sind besonders betroffen?

Es kann im Prinzip jeden Hund treffen. Allerdings sind es oft Hunde kleinerer Rassen mit einem kurzen Hals, die immer wieder mal mit einem Anfall zu kämpfen haben. Bulldoggen oder auch Möpse beispielsweise verfügen häufig über ein Gaumensegel, das länger und weicher ist als bei anderen Hunden. Das Gaumensegel kann sich hin und wieder am Kehldeckel verfangen, wodurch ein Anfall des Rückwärtsniesens ausgelöst werden kann. Eine medizinische Erklärung für diese Störung gibt es bislang nicht.

Wie verhalte ich mich während eines Anfalls von Rückwärtsniesen?

Wer im Fall eines Anfalls in hektische Panik verfällt, tut seinem Hund keinen Gefallen. Das Rückwärtsniesen kommt für deinen Hund genauso überraschend wie für dich und viele Hunde reagieren ein wenig ängstlich. Wenn es sich nur um wenige gelegentliche und kurze Attacken handelt, brauchst du gar nichts zu tun. Oft ist der Spuk schon wieder vorbei, bevor du überhaupt realisiert hast, was da passiert.

Treten die Anfälle häufiger auf oder halten länger an, kannst du deinem Hund helfen, indem du einen Schluckreflex auslöst. Dazu kannst du ihm entweder den Kehlkopf massieren oder ihm leicht die Brust abklopfen.

Wann sollte ich zum Tierarzt gehen?

Wenn das Rückwärtsniesen trotz dieser Maßnahmen nicht aufhört, es immer wieder in kürzeren Abständen oder in Verbindung mit weiteren Atemproblemen auftritt, ist es Zeit, sich an einen Tierarzt zu wenden, um weitere Ursachen auszuschließen:

  • Fremdkörper in den Atemwegen
  • Infektion der Atemwege
  • Polypen
  • Tumore
  • Kollabieren der Luftröhre
  • Nasenmilben
  • entzündete Zahnwurzeln
  • Zwingerhusten

Kann ich vorbeugend etwas tun?

Da die Anfälle plötzlich und überraschend kommen, kann man sich nicht wirklich darauf vorbereiten. Allerdings solltest du versuchen, herauszufinden, was bei deinem Hund die Anfälle auslöst und entsprechend darauf reagieren Wenn du das Reinigungsmittel wechselst, weniger Parfum aufträgst oder dich von deinem Ehepartner scheiden lässt – je nachdem, was die Anfälle hervorruft – kann das die Häufigkeit von Anfällen reduzieren.

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