Das Krallenschneiden bei einem Hund gehört zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge. Zu lange Krallen wirken sich unter anderem auf den Bewegungs- und Haltungsapparat aus und können langfristig zu orthopädischen Schäden führen.

Ein Tierarzt berechnet für das Krallenschneiden zwischen 7 und 30 Euro. Zuhause geht das auf Dauer natürlich viel billiger. In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, wie das geht, was du dazu brauchst und wie du am besten vorgehst.

Dieser Leitfaden beantwortet folgende Fragen rund ums Krallenschneiden beim Hund

  • Warum müssen die Krallen bei einem Hund gekürzt werden?
  • Nützen die Krallen sich beim Laufen nicht auf natürliche Weise ab?
  • Wie merke ich, dass die Krallen geschnitten werden müssen?
  • Welche Werkzeuge gibt es für das Krallenschneiden beim Hund und welche sind am besten?
  • Wie halte ich den Hund und die Pfote beim Krallenschneiden richtig?
  • In welchem Winkel müssen die Krallen geschnitten werden?
  • Wie kurz darf ich die Krallen eigentlich schneiden, ohne meinen Hund zu verletzten?
  • Welche Hilfsmittel gibt es, wenn mein Hund schwarze Krallen hat?
  • Wie bereite ich meinen Hund auf das Krallenschneiden vor?

Die Kallen des Hundes bestehen aus hartem Horn und dienen in erster Linie der sicheren Fortbewegung. Beim Laufen auf weichem Untergrund wirken sie wie die Stahlnägel unter den Schuhen von Leichtathleten. Dadurch können Hunde extrem schnell beschleunigen, abbremsen und die Richtung wechseln.

Auf glattem Untergrund wie Parkett oder Fliesen bewirken die Krallen allerdings das genaue Gegenteil. Schon so mancher Hund ist mit dem Kopf gegen die Haustür geschlittert, weil er auf den Fliesen im Flur nicht rechtzeitig bremsen konnte.

Unverzichtbare Werkzeuge

Die Krallen dienen außerdem auch als Werkzeuge zum Kratzen und Graben. In der freien Wildbahn müssen Hunde oft mit Kleintieren Vorlieb nehmen, die sich unter der Erde verbergen und erst ausgegraben werden müssen. Knochen und Essensreste hingegen werden eingegraben, um sie vor gierigen Räubern zu verstecken.

An heißen Tagen graben sich viele Hunde gerne eine Grube, um auf der kühleren Erde die Hitze zu verschlafen.

Wer es so weit kommen lässt, bereitet seinem Hund große Schmerzen und Haltungsschäden.

Wie viele Krallen hat ein Hund?

Ein Hund hat zwischen 18 und 20 Krallen. An den Vorderpfoten verfügt jeder Hund über fünf Krallen, wobei die „Daumenkralle“ deutlich weiter oben am Bein sitzt und beim Laufen nicht den Boden berührt.

Die Wolfskralle – nicht jeder Hund hat sie

An den Hinterpfoten haben die meisten Rassen nur vier Krallen. Einige Exemplare verfügen über die sogenannte „Wolfskralle“, die ähnlich wie die Daumenkralle weiter oben am Bein sitzt. Anders als die Daumenkralle ist die Wolfskralle allerdings nicht mit einem Gelenk und Sehnen ausgestattet, sondern hängt nur lose herunter. Es sind vor allem große Rassen, die über diese Kralle verfügen.

Entfernen der Wolfskralle nur bei Verletzungsgefahr

Früher wurde diese Wolfskralle meistens kurz nach der Geburt der Welpen entfernt. Heute ist die Amputation laut Tierschutzgesetz nur noch erlaubt, wenn eine Verletzungsgefahr für den Hund besteht.

Fun Fact: Wölfe haben lediglich vier Krallen an den Hinterpfoten und besitzen keine Wolfskrallen.

Kann ein Hund die Krallen einziehen?

Im Gegensatz zu Katzen, deren Krallenstruktur dynamisch ist, kann ein Hund seine Krallen nicht aktiv bewegen, also weder einziehen noch ausfahren. Seine Krallen wachsen ein Leben lang, wobei die Stärke des Wachstums nicht nur von der Rasse des Hundes abhängt, sondern auch von seinen Lebensbedingungen.

Kommen wir jetzt aber zur Beantwortung der eigentlichen Fragen rund ums Krallenschneiden.

Warum müssen die Krallen beim Hund geschnitten werden?

Die Krallen eines Hundes wachsen ein Leben lang. Zu lange Krallen, die beim Abrollen den Boden berühren, haben eine negative Auswirkung auf den Bewegungs- und Haltungsapparat des Hundes. Durch den Kontakt mit dem Boden und durch das Gewicht des Hundes, das auf der Kralle lastet, verschiebt sich diese nach hinten in Richtung Knochen, was auf Dauer eine Fehlstellung der Knochen und des Fußgelenks zur Folge haben kann.

Das Krallenschneiden beim Hund gehört damit nicht zur Kosmetik, sondern zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge, um langfristig orthopädische Schäden zu vermeiden.

Nützen die Krallen sich beim Laufen nicht auf natürliche Weise ab?

Die Beschaffenheit des Horns, das die Kralle bildet, ist von Hund zu Hund verschieden. Während manche Krallen schon vom bloßen Laufen auf Asphalt perfekt kurzgehalten werden, muss ich bei meinem Deutschen Schäferhund fast mit einem Bolzenschneider zu Werke gehen, um die Krallen zu kürzen.

Der Untergrund macht den Unterschied

Es kommt außerdem darauf an, auf welcher Art von Untergrund der Hund vorwiegend läuft. Auf weichen Untergründen wie im Wald oder auf einer Wiese nutzen sich die Krallen natürlich nicht so stark ab wie bei einem Hund in der Großstadt, der überwiegend auf Asphalt läuft.

Wie merke ich, dass die Krallen meines Hundes zu lang sind?

Wenn dein Hund auf allen vier Pfoten steht, sollten die Zehen und Krallen nicht den Boden berühren. Im Idealfall befindet sich zwischen Boden und Kralle eine Lücke von zwei bis drei Millimetern. Spätestens wenn du bei jedem Schritt deines Hundes ein deutliches Klicken hörst, ist es dann Zeit zum Krallenschneiden.

Wie schnell die Krallen nachwachsen und wie häufig du schneiden musst, ist von Hund zu Hund individuell verschieden und kommt, wie oben bereits erwähnt, auch auf den Untergrund an, auf dem der Hund läuft.

Welche Werkzeuge zum Krallenschneiden beim Hund sind am besten?

Das Wichtigste bei einem Werkzeug zum Krallenschneiden beim Hund ist, dass es scharf ist. Wenn die Schere, die Zange oder der Clipper nicht richtig scharf sind, wird die Kralle nicht geschnitten, sondern gequetscht und gebrochen.

Krallenschere

Die Krallenschere eignet sich eher für die Besitzer von Welpen und Mini-Hunden wie Chihuahuas, Yorkshire Terriers oder Malteser. Schon bei meinem 25 Kilogramm schweren Mischling würde ich damit allerdings verzweifeln.

Krallenzange

Die Krallenzange wird mit jedem Job fertig. Ob bei kleinen Hunden wie Dackeln, mittleren Größen wie Spaniels, großen Hunden wie Schäferhunden oder sanften Riesen wie dem Bernhardiner – die Krallenzange kürzt alles, was sich ihr in den Weg stellt.

Krallenguillotine/Krallenclipper

Bei der Krallenguillotine wird die Kralle durch ein Loch gesteckt und die Klinge per Druck auf den Griff nach vorne geschoben. Sie eignet sich für Hunde aller Größen, verursacht aber beim Zusammendrücken oft ein unangenehmes Klicken, das einige Hunde erschreckt.

Krallenschleifer

Der Krallenschleifer ist ein elektrisches Gerät, mit dem man die Krallen seines Hundes abschleifen kann. Die meisten Hunde, die ich kenne, würden allerdings vor dem Geräusch und der Vibration Reißaus nehmen und müssten erst langsam und ganz vorsichtig an das Gerät gewöhnt werden. Zwar kann man damit sehr präzise arbeiten, die ganze Prozedur dauert allerdings unnötig lange.

Mein Tipp: die Nagelzange

Ich persönlich habe mich irgendwann für die Nagelzange entschieden. Sie liegt nicht nur gut in der Hand und schneidet selbst die härtesten Krallen, sie verursacht auch kein störendes Klick-Geräusch, das den Hund aus der Ruhe bringen könnte. Egal ob ausgewachsener Irischer Wolfshund oder Chihuahua-Welpe – die Nagelkralle versagt nie.

Den Schleifer habe ich an zwei verschiedenen Hunden ausprobiert und persönlich für schlecht befunden. Das Geräusch, die Vibrationen und die entstehende Hitze, wenn man nur einen kurzen Moment zu lange auf derselben Stelle verweilt hat, haben die Prozedur in beiden Fällen zur Qual gemacht.

Die Nagelschere eignet sich im Grunde genommen nur für Kleinsthunde, Welpen oder Katzen. Schon bei einem Hund mittlerer Größe oder mit einer etwas härteren Hornstruktur stößt dieses Werkzeug allerdings an seine Grenzen.

Der Nagelclipper ist im Prinzip nicht schlecht, birgt aber die Gefahr, dass man den Nagel viel zu kurz abschneidet und dem Hund Schmerzen zufügt. Darüber hinaus verursachen viele dieser Guillotinen ein Klick-Geräusch, das viele Hunde erschreckt und dazu führt, dass die ihr Bein zurückziehen.

Wie halte ich den Hund und die Pfote beim Krallenschneiden?

Viele Hunde haben überhaupt kein Problem mit dem Krallenschneiden. Vor allem, wenn man den Hund vom Welpenalter an regelmäßig und spielerisch an die Prozedur gewöhnt hat, ist das Schneiden der Krallen ein Ein-Mann- bzw. Eine-Frau-Job. Ich lege meine Hunde dafür auf die Seite und setze mich entspannt neben sie, sodass ich jede Pfote gut erreichen kann.

Wenn das nicht funktioniert, weil der Hund einfach nicht still halten will, ist es am einfachsten, wenn man sich einen Helfer ins Boot holt. Dieser hält den stehenden Hund mit einem Arm unter dem Bauch und einem Arm unter dem Kopf. So kann der Hund auch auf drei Pfoten sicher stehen, kann aber nicht mehr wegrennen oder anfangen zu zappeln.

Und die Pfote?

Wenn dein Hund das Krallenschneiden ohne zu Murren über sich ergehen lässt, sich auf die Seite legt und einfach still hält, spielt es keine Rolle, wie man die Pfote hält. Solange man gut an jede Kralle kommt, ohne diese zu biegen oder in eine andere als die natürliche Wuchsrichtung zu drücken, ist alles erlaubt und möglich.

Spielt dein Hund nicht mit und muss im Stehen von jemandem gehalten werden, dann greifst du dir die Pfote am besten wie den Huf eines Pferdes. Dabei wird der Fuß nach hinten über das Kniegelenk eingeknickt, wodurch die Pfote ganz entspannt in deiner Hand liegt.

Drei Beine reichen zum Stehen

Achte bei der letztgenannten Methode darauf, dass sich dein Hund nicht auf das Bein stützt, dass du angehoben hast. Gerade bei großen Hunden kann das ganz schnell zu schwer werden, wodurch man entweder zu hastig schneidet (um sich des Gewichts zu entledigen) oder immer wieder neu ansetzen muss, was das ganze Verfahren unnötig in die Länge zieht. Ein Hund kann problemlos auch auf drei Beinen stehen und braucht sich nicht auf der Hand aufzustützen, welche die Pfote hält.

In welchem Winkel schneidet man die Krallen?

Achte beim Krallenschneiden darauf, die Krallen in einem möglichst natürlichen Winkel zu schneiden.

Wenn die Krallen extrem lang sind und klar ist, dass sich in einem guten Stück kein Leben mehr befindet, dann kann man mit einem senkrechten Schnitt der Lage zunächst einmal Herr werden.

Danach allerdings musst du vorsichtig sein und dich Stück für Stück und im richtigen Winkel an das gewünschte Endergebnis heranarbeiten. Der ideale Winkel beträgt rund 45 Grad und würde genau so entstehen, wenn unsere Hunde nur auf Asphalt gehen und sich die Krallen selbst ablaufen würden.

Scharfe Kanten kannst du problemlos wegschneiden oder -feilen, da sich das Leben – welches vergleichbar mit unserem Nagelbett und extrem schmerzempfindlich ist – nur in der Mitte der Kralle befindet. An den Außenkanten kannst du beherzt zu Werke gehen, da dein Hund davon nichts spürt (auch wenn einige Exemplare dich in einem anderen Glauben lassen wollen…).

Wie kurz darf ich die Krallen meines Hundes schneiden?

Es ist wohl der Albtraum eines jeden Hundebesitzers: Einen Moment nicht aufgepasst, die Kralle zu kurz abgeschnitten und schon fließt Blut (und zwar ne ganze Menge!). Wie beim Menschen auch, ist das Nagelbett des Hundes mit Blutgefäßen und Nervenbahnen durchzogen und gehört mit zu den empfindlichsten Körperstellen des Hundes.

Beim Hund heißt dieses Nagelbett „Leben“. Das Problem: Das „Leben“ wächst fast ein ganzes Leben lang mit. Wer regelmäßig die Krallen seines Hundes kürzt, wird mit dem Nagelbett vermutlich nie in Berührung kommen, da es sich von der Nagelspitze immer ein wenig zurückzieht.

Schritt für Schritt statt ex und hopp

Wer die Prozedur allerdings hat schleifen lassen, der darf nun nicht hergehen und bis zur endgültigen Länge alles in einem Schnitt kürzen. Das würde unweigerlich zu einer Verletzung des Hundes mit Schmerzen und Blutungen führen. Vielmehr muss man in einem solchen Fall Schritt für Schritt vorgehen und die Kralle eher scheibchenweise kürzen.

Je öfter die Krallen gekürzt werden, desto weiter bilden sich die Blutgefäße in der Kralle zurück. Nach dem Schnitt dauert es rund 14 Tage, bis sich das „Leben“ den neuen Bedingungen angepasst und ein Stückchen zurückgezogen hat. Nun kann der nächste vorsichtige (!) Schnitt erfolgen, der erneut dazu führt, dass sich die Blut- und Nervengefäße zurückbilden.

Es dauert zwar einige Wochen, aber selbst extrem lange Krallen können auf diese Weise wieder auf die korrekte Länge gekürzt werden, ohne ein für den Hund schmerzhaftes Blutbad anzurichten.

Welche Hilfsmittel gibt es für schwarze Krallen?

Während man in weißen oder fast transparenten Krallen das rosafarbene „Leben“ in der Kralle wunderbar sehen kann, ändert sich das bei Hunden mit schwarzen Krallen radikal. Wer einen solchen Hund hat und das Krallenschneiden nicht zum Blindflug werden lassen will, kann versuchen, die Kralle des Hundes zu durchleuchten.

Dafür eigenen sich am besten dünne, leistungsstarke Taschenlampen oder auch die Lampe vom Smartphone. Halte die Lichtquelle seitlich oder von hinten gegen die Kralle und versuche, einen rosafarbenen Schimmer zu entdecken. Es kann sein, dass du die Lampe dazu ein wenig hin und her bewegen musst.

Weniger ist mehr

Diese Methode funktioniert nicht bei allen Hunden. Weder bei meinem Mischlingshund Austin noch bei meinem Schäferhund Denver habe ich eine Chance, die dichte Krallenstruktur zu durchleuchten. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als die Krallen regelmäßig zu schneiden – das heißt bei uns einmal pro Woche – und jedes Mal nur ein winziges Stück abzunehmen.

Zu kurz geschnitten – und jetzt?

Wer die Krallen seines Hunde zu kurz schneidet und das „Leben“ erwischt, der bereitet seinem Hund nicht nur Schmerzen, sondern muss auch mit einer ordentlichen Blutung zurechtkommen, die erst einmal gestillt werden möchte.

Gegen die Schmerzen kann man nicht viel machen, gegen die Blutung allerdings hilft ein einfaches Hausmittel: Seife. Dabei meine ich allerdings nicht das flüssige Zeug aus der Plastikflasche, sondern den guten alten Seifenblock, der nebenbei gesagt in umweltfreundlichem Karton verkauft wird und ganz ohne Plastik daherkommt.

Wenn du bei deinem Hund ein wenig zu kurz geschnitten hast und Blut fließt, drückst du die entsprechende Kralle einfach in den Seifenblock. Die Seife verschließt das Gefäß, stoppt die Blutung und verursacht keine zusätzlichen Schmerzen.

Pfote beim Spaziergang abdecken

Die Seife verhindert allerdings nicht, dass auf einem Spaziergang Dreck in die Wunde gelangen könnte, was zu einer Entzündung des Nagelbetts führen kann, die sich schließlich auf den Knochen ausweiten kann. Mit einem Socken, den man für die nächsten zwei Wochen vor dem Spaziergang über die Pfote stülpt und die man mit Klebeband am Bein befestigt, kann man die offene Wunde an der Kralle zumindest ein bisschen schützen.

Wie bereite ich meinen Hund auf’s Krallenschneiden vor?

Wer seinen Hund beim ersten Mal Krallenschneiden überfällt, auf dem Boden festpinnt und wie ein Berserker mit der Krallenzange zu Werke geht, der wird es sich auf lange Zeit mit seinem Hund verspielt haben. Wer seinen Hund hingegen langsam und spielerisch an das Thema heranführt, macht es sich und seinem Hund deutlich einfacher.

1. Schritt: Pfoten anfassen

Es ist erstaunlich, wie viele Hunde es nicht wirklich mögen, wenn man ihre Pfoten in die Hand nimmt. Da wir das natürlich nicht durchgehen lassen können und jederzeit in der Lage sein müssen, im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsvorsorge auch die Pfoten zu kontrollieren, muss das vom ersten Tag an geübt und immer wiederholt werden.

Gib Pfote

Ich beginne damit, im Spiel immer wieder die Pfoten zu berühren und für kurze Zeit mit meinen Händen zu umschließen. Wenn das verlässlich klappt – das heißt, wenn der Hund keinerlei Abwehrreaktionen in Form von Zucken oder Zurückziehen zeigt – lasse ich mir die Pfote auf Kommando gezielt zeigen. Auf das Kommando „shake hands“ strecken mir meine Jungs eine ihrer Vorderpfoten hin.

Immer mit der Ruhe!

In der Regel dauert es nicht mehr als einige Tage, bis sich ein Hund an die Berührungen gewöhnt und gelernt hat, die Pfote auf Kommando zu geben. Einzige Voraussetzung: Die Übungen müssen so oft wie möglich im spielerischen Rahmen und völlig ohne körperlichen oder psychischen Druck wiederholt werden. Ein gestresster oder gar verängstigter Hund ist körperlich nicht imstande, irgendetwas zu lernen, sondern handelt vielmehr instinktiv.

2. Schritt: Werkzeug vorstellen

Das Werkzeug stelle ich dem Hund ebenfalls während einer Spieleinheit vor. Bei unsicheren Hunden lege ich die Zange etwas abseits von uns auf den Boden und ignoriere sie. Beim Toben passiert es unweigerlich, dass der Hund die Zange berührt, sich drauflegt, dagegen rennt oder was auch immer. Er schnüffelt daran, befindet das Ding für langweilig und wirft sich wieder mit Anlauf zurück ins Spiel.

Dan & Nagelzange: 1 – Hund: 0.

Langweilig oder vorteilhaft – du musst sich entscheiden

Wenn dein Hund das Werkzeug aber partout nicht langweilig finden will, sondern schon vom bloßen Anblick Reißaus nimmt, wird dir nichts anderes übrig bleiben, als das Ding mit positiven Eindrücken zu belegen. Dein Hund hat einen Lieblingssnack oder eine Stelle am Körper, wo er besonders gerne gekrault wird? Mach dir das zunutze!

Während du das Werkzeug in der einen Hand hast, fütterst du deinen Hund mit den Leckerchen oder kraulst ihn mit der anderen. Entferne das Werkzeug dann aus dem Sichtbereich des Hundes und höre auf, zu füttern oder zu streicheln. Erst nachdem das Werkzeug wieder im Sichtfeld des Hundes auftaucht, geht die Fütterung und das Kraulen weiter.

Wiederhole dies unzählige Male und verringere den Abstand zwischen dem Werkzeug und dem Hund kontinuierlich.

Es würde mich sehr wundern, wenn es bei deinem Hund mehr als nur einige Tage dauern sollte, bis er die Snacks aus derselben Hand frisst, die auch das Werkzeug hält.

3. Schritt: Der erste Schnitt

Der erste Schnitt fällt bei mir so kurz aus, dass ich mir den Aufwand auch schenken könnte. Allerdings geht es beim ersten Schnitt nicht darum, die Krallen zu kürzen, sondern ein für den Hund so normales und unspektakuläres Ereignis zu schaffen wie möglich.

Dazu gehört in dieser Phase auch, dass ich nicht nach jeder Kralle lobe, da ja eigentlich gar nichts passiert. Ich bestätige gutes Verhalten nach jeder Pfote, manchmal mit einem Leckerchen, manchmal nur mit einer Berührung.

Ich möchte die ganze Prozedur so kurz wie möglich halten und arbeite mich daher konzentriert, ruhig und bestimmt von Kralle zu Kralle weiter. Wenn der Hund versucht, sein Bein wegzuziehen, warte ich, bis er sich komplett beruhigt hat, bevor ich weitermache.

4. Schritt: Der erste richtige Schnitt

Ab diesem Punkt wende ich einfach nur noch die richtigen Techniken an und beginne, den Hund für unerwünschtes Verhalten zu korrigieren. Das kann ich entweder über die Stimme machen („Nein“), ich bevorzuge allerdings für meine Hunde die non-verbale Kommunikation über Körpersprache und Berührungen.

Das Krallenschneiden ist in dieser Phase nichts anderes als eine Gehorsamsübung. Ich belohne nicht mehr nach jeder Pfote, sondern bestätige beziehungsweise verstärke gewünschtes Verhalten am Ende des Krallenschneidens mit einem Leckerchen, einer Spieleinheit oder ein paar lieben Worten.

Denn seien wir doch mal ehrlich: Eigentlich ist doch gar nichts passiert. War doch nur Krallenschneiden beim Hund.

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