Die größten Hunderassen der Welt in 2020 sind wahre Giganten. Die sanften Riesen wachsen bis zu einer Widerristhöhe von über einem Meter heran und bringen ein Gewicht von weit über 100 Kilogramm auf die Waage. Gefährlich für den Menschen sind die meisten dieser Hunde aber nur, wenn sie sich auf die Zweibeiner drauf setzen.


Hunde gibt es in allen Formen, Farben und vor allem Größen. Während der kleinste Hund der Welt im Jahr 2019 – der Chihuahua Miracle Milly – gerade mal eine Widerristhöhe von 9,65 cm hat, überragt die Dogge Freddy mit 103,5 cm alle anderen ihrer Artgenossen. Doch so schön und gutmütig die sanften Riesen in den allermeisten Fällen auch sind, die Haltung eines Vertreters der größten Hunderassen der Welt kommt nicht ohne Probleme. Viele dieser Hunde haben chronische Probleme wie Hüftdysplasie und nur die wenigsten erreichen je ein Alter von mehr als zwölf Jahren.

In diesem Artikel stellen wir die zehn größten Hunderassen der Welt in 2020 vor. Außerdem klären wir die drei häufigsten Fragen, die in Verbindung mit Riesenrassen immer wieder gestellt werden:

  • Braucht ein großer Hund mehr Platz?
  • Ist die Haltung eines Riesenhundes teurer?
  • Welche gesundheitlichen Probleme treten bei riesigen Rassen auf?
Die größten Hunderassen der Welt - kleiner Hund sitzt auf großem Hund
Die größten Hunderassen der Welt – Diese Vierbeiner überragen all ihre Artgenossen um Längen

Die zehn größten Hunderassen der Welt in 2020

10. Bordeaux-Dogge

Die Bordeaux-Dogge zählt nicht nur zu den größten Hunderassen der Welt, sie gehört auch zu den ältesten Hunden ihres Heimatlandes Frankreich. Wie bei einigen anderen Riesenrassen gibt es auch bei der Bordeaux-Dogge keine Maximal-, sondern Minimalwerte wenn es zu Größe und Gewicht kommt. Eine Besonderheit: Bei der Bordeaux-Dogge muss die Höhe des Widerrists ungefähr dem Kopfumfang entsprechen.

Widerristhöhe männlich / weiblich: 60 – 68 cm / 58 – 66 cm
Gewicht männlich / weiblich: mindestens 50 kg / mindestens 45 kg
Verwendung: Bewachung, Schutz und Abscheckung

9. Scottish Deerhound

Der Scottish Deerhound sieht einem Greyhound sehr ähnlich. Allerdings wurde der riesige Schotte dazu gezüchtet, bei der Jagd auf Hirsche zur Hand zu gehen. Er ist äußerst gutmütig und toll im Umgang mit Kindern. Sein Einfühlungsvermögen und seine Fähigkeit, sich dem Menschen anzupassen, wird nur von wenigen anderen Rassen erreicht. Der Deerhound lässt sich gut führen und macht in fast allen Situationen als angenehmer Begleiter eine gute Figur.

Widerristhöhe männlich / weiblich: 76 cm / 71 cm
Gewicht männlich / weiblich: ca. 45,5 kg / ca. 36,5 kg
Verwendung: Jagd-, Renn- und Begleithund

8. Kuvasz

Beim ungarischen Kuvasz muss man mit dem Attribut „sanfter Riese“ schon ein bisschen vorsichtiger sein. Er ist ein klassischer Wachhund, der seine Aufgabe sehr ernst nimmt. Wenn es sein muss, verteidigt er ihm anvertraute Personen oder Besitz mit dem Einsatz seines eigenen Lebens. Er ist ein ausgesprochen treuer und loyaler Hund, der in der Pflege eher anspruchslos ist.

Wer den Kuvasz allerdings schlecht behandelt, der wird diesen riesigen Hund schnell von einer anderen Seite kennenlernen. Dann nämlich kann er richtig aggressiv werden.

Widerristhöhe männlich / weiblich: 71 – 76 cm / 66 – 70 cm
Gewicht männlich / weiblich: ca. 48 -62 kg / ca. 37 – 50 kg
Verwendung: Wach- und Schutzhund

7. Russischer Schwarzer Terrier

Der Russische Schwarze Terrier ist ein imposanter Hund und das nicht nur aufgrund seiner stattlichen Größe. Er strotzt nur so vor Kraft und ist jederzeit abwehrbereit. Da er darüber hinaus auch noch misstrauisch gegenüber Fremden ist und eine sehr konsequente (aber liebevolle) Erziehung braucht, um sich in eine Familie einordnen zu können, ist dieser Hund eher nichts für Anfänger. Schon mit einem Jahr entwickelt diese Rasse ihren natürlichen Schutztrieb, den der Russische Schwarze Terrier auch voll auslebt, wenn man ihn lässt.

Widerristhöhe männlich / weiblich: 66 – 72 cm / 64 – 70 cm
Gewicht männlich / weiblich: ohne Angabe / ohne Angabe
Verwendung: Wachhund, der auch beim Militär eingesetzt wird

6. Neufundländer

Der Neufundländer ist einer der wenigen Hunde, der Schwimmhäute zwischen seinen Zehen hat. Die Wurzeln dieser Rasse gehen bis in das Jahr 1100 zurück, als sich große schwarze Bärenhunde, die mit den Wikingern nach Neufundland kamen, mit lokalen Hunden der kanadischen Insel paarten. Als die Insel im Jahr 1610 schließlich kolonialisiert wurde, fanden die ersten Siedler den Neufundländer vor, wie wir ihn heute kennen.

Er ist extrem widerstandsfähig gegen Kälte und fühlt sich im Wasser wie zuhause. Doch auch als Rettungs- und Zughund macht dieser sanfte Riese eine tolle Figur.

Widerristhöhe männlich / weiblich: 71 cm / 66 cm
Gewicht männlich / weiblich: ca. 68 kg / ca. 54 kg
Verwendung: Jagd-, Renn- und Begleithund

5. Leonberger

Mit dem Leonberger begeben wir uns geografisch gesehen wieder zurück in heimische Gefilde. Der Ursprung dieses Wach-, Begleit- und Familienhundes reicht zurück ins Jahr 1846, als in Leonberg bei Stuttgart die ersten Hunde geboren wurden, die Leonberger genannt wurden.

Der ruhige und elegante Hund passt sich perfekt an unser heutiges Familienleben im Haus oder in der Wohnung an und kann überall problemlos mitgenommen werden. Der Leonberger ist überaus kinderfreundlich, ist weder scheu noch aggressiv.

Widerristhöhe männlich / weiblich: 72 – 80 cm / 65 – 75 cm
Gewicht männlich / weiblich: ohne Angabe / ohne Angabe
Verwendung: Wach,- Begleit- und Familienhund

4. Bernhardiner

Vom Bernhardiner, dem Koloss aus der Schweiz, gibt es hinsichtlich des Fells zwei Varianten: kurz und lang. Das allerdings hat auf ihre Größe, ihr Gewicht und ihre muskulöse Statur ebenso wenig Auswirkung wie auf ihr Gemüt. Bernhardiner sind absolut freundliche und gutmütige Hunde, die aber als Wachhund den Schalter auch sofort umlegen können, wenn sich etwas ihrer Familie oder ihrem Territorium nähert.

Widerristhöhe männlich / weiblich: min. 70 cm, max. 90 cm / min. 65, max. 80 cm
Gewicht männlich / weiblich: ohne Angabe / ohne Angabe
Verwendung: Wach,- Begleit- und Familienhund

3. Irish Wolfhound

Der Irish Wolfhound sieht dem schottischen Deerhound sehr ähnlich, ist allerdings schwerer und massiger. Bis ins 17. Jahrhundert wurde der kräftige Ire vor allem zur Jagd auf Rothirsche eingesetzt. Allerdings lässt sein Name – Wolfshund – vermuten, dass er auch maßgeblich zur (von Menschenhand geleiteter) Ausrottung des Wolfs in Europa beigetragen hat.

So zeigt sich der Irish Wolfhound auch furchtlos auf der Jagd und setzt Wild schonungslos nach. Zuhause verwandelt sich der böse Wolfshund dann aber in ein Schoßhündchen, was aufgrund seiner imposanten Größe für den Menschen nicht immer angenehm ist. Er meint es aber gut 🙂

Widerristhöhe männlich / weiblich: mindestens 79 cm / mindestens 71 cm
Gewicht männlich / weiblich: mindestens 54,5 kg / mindestens 40,5 kg
Verwendung: Jagd-, Begleit- und Familienhund

2. Deutsche Dogge

Die Deutsche Dogge, die im Englischen und Spanischen übrigens „Großer Däne“ genannt wird, ist wohl die bekannteste Riesenrasse. Wo immer dieser elegante und kräftige Hund auch auftaucht, wird er zum Blickfang.

Doggen sind freundliche, liebevolle und äußerst loyale Hunde – wenn sie einmal Vertrauen zu Menschen gefasst haben. Fremden gegenüber sind diese sanften Riesen oft zurückhaltend. Dennoch ist die Deutsche Dogge ein prima Begleit- und Familienhund, der über eine ungewöhnlich hohe Reizschwelle verfügt.

Widerristhöhe männlich / weiblich: mindestens 80 cm / mindestens 72 cm
Gewicht männlich / weiblich: ohne Angabe / ohne Angabe
Verwendung: Wach,- Begleit- und Familienhund

1. Old English Mastiff

Der Old English Mastiff ist nicht nur eine der ältesten Hunderassen der Welt, sondern hinsichtlich der Relation von Höhe und Gewicht auch die Größte. Zwar haben weder die Fédération Cynologique Internationale, der größte kynologische Dachverband der Welt, noch der British Kennel Club eine Mindestgröße oder ein Mindestgewicht festgelegt, jedoch war der größte und schwerste Mastiff der Welt – Zorba – stolze 95 cm hoch und wog 155,58 Kilogramm.

Bei dieser Rasse kommt es den Züchtern vor allem auf die Breite des Kopfes an. Die soll im Verhältnis zur Gesamtlänge von Kopf und Gesicht 2:3 betragen. Das verleiht dem Mastiff ein quadratisches Gesicht.

Der alte Engländer ist selbstbewusst, mutig, aber ruhig. Seiner Familie gegenüber zeigt er eine extrem hohe Toleranzgrenze und Reizschwelle. Im Umgang mit Kindern gibt es kaum bessere Hunde.

Widerristhöhe männlich / weiblich: ohne Angabe / ohne Angabe
Gewicht männlich / weiblich: ohne Angabe / ohne Angabe
Verwendung: Schutz- und Wachhund

Brauchen riesige Hunde mehr Platz?

Auch die größten Hunderassen der Welt brauchen nicht mehr Platz als andere Hunde, WENN sie angemessen, vernünftig und artgerecht beschäftigt und ausgelastet werden. Eine Dogge, die nach einem langen und fordernden Spaziergang nach Hause kommt, sucht sich einen Platz, der so nah wie möglich an ihrem Menschen ist und schläft. Daran ändern auch mehrere Zimmer und ein riesiger Garten nichts.

Auf der anderen Seite wird ein acht Monate alter und nicht ausgelasteter Bernhardiner auch das größte Haus und den tollsten Garten schreddern. Mangelnde Beschäftigung mit einem Hund kann nicht durch ein größeres Raumangebot kompensiert werden.

Wer einen ausgeglichenen Hund haben möchte, muss ihm eine sinnvolle Beschäftigung anbieten, die ihn körperlich und mental an seine Grenzen bringt, aber nie darüber hinaus. Wer das schafft, kann mit seinem Leonberger im Gästeklo wohnen.

Nicht jeder Riesenhund ist wohnungstauglich

Man muss sich bei Hunden riesiger Rassen aber immer vor Augen halten, wofür diese Hunde gezüchtet wurden. Längst nicht jeder sanfte Riese ist wohnungstauglich oder geeignet für ein Leben in der Stadt.

Beispiel 1: Pyrenäen-Berghund

So ist der Pyrenäen-Berghund beispielsweise toll mit Erwachsenen, Kindern und anderen Tieren. Seine ursprüngliche Aufgabe ist es aber, draußen mit der Herde zu leben, kilometerweise auf und ab zu laufen und durch permanentes Bellen Raubtiere fernzuhalten. Das macht der ruhige, aber bestimmte Franzose am liebsten nachts, während er tagsüber eher eine ruhige Kugel schiebt.

Beispiel 2: Kangal

Der Kangal wird auch Anatolischer Schäferhund genannt und ist ein in der Türkei weit verbreiteter Herdenschutzhund. Er zeichnet sich durch seinen Mut und seine Selbstständigkeit aus. Die kommt vor allem dann zum Tragen, wenn er teilweise wochenlang ohne menschlichen Kontakt eine Herde bewacht und eigenständig entscheiden muss, wie er mit verschiedenen Situationen umgeht und sich beispielsweise Fremden gegenüber verhält. Diese Eigenständigkeit ist mit einem Wohnungsleben in der Stadt nicht vereinbar.

Ist die Haltung von riesigen Hunden teurer?

Werden riesige Hunde als reine Haustiere und in einem Haus oder einer Wohnung gehalten, wird es teuer. Nicht nur müssen die Betten, Näpfe und Spielzeuge XXL und entsprechend robust sein, so ein Riesenhund frisst auch eine ganze Menge. Eine ausgewachsene Dogge verputzt am Tag spielend ein Kilogramm an Trockenfutter.

Wer mit seinem Hund Ausflüge unternehmen möchte, der wird ein geeignetes Fahrzeug brauchen. Ein Bernhardiner passt weder in einen Fiesta, noch in die meisten SUVs.

Richtig teuer wird es allerdings, wenn der Hund eine für riesige Rassen typische chronische Krankheit entwickelt, die ein leben Lang medikamentös behandelt und tierärztlich beobachtet werden muss. Und das bringt uns zur letzten Frage dieses Artikels:

Welche gesundheitlichen Probleme haben Riesenhunde?

Die sanften Riesen zahlen oft mit ihrer Gesundheit für ihre enorme Größe. Gewichte von bis zu 100 Kilogramm und darüber hinaus führen in vielen Fällen zu Schäden am Gangwerk, zu Hüftgelenks- oder Ellenbogendysplasie.

Chronische Entzündungen und Augenprobleme

Bei Hunden wie dem Mastiff oder den Mastiff-artigen wie der Bordeaux-Dogge führen die vielen (unsinnigen) Falten am Kopf oft zu chronischen Entzündungen. Die in vielen Fällen hängenden Augenlider wie beim Bernhardiner ziehen die Augen in Mitleidenschaft.

Lebensgefahr durch Bloat

Mit zunehmender Größe steigert sich auch das Risiko von Herzkrankheiten. Bei Hunden mit tiefer Brust kommt es zudem häufig zu Bloat, der im Deutschen auch Magendilatationsvolvulus genannt wird und an dem der Hund binnen weniger Stunden versterben kann.

Geringe Lebenserwartung

Viele Hunde riesiger Rassen haben eine deutlich reduzierte Lebenserwartung. Während ein Deutscher Schäferhund bequem 14 Jahre alt werden kann, werden Irische Wolfshunde beispielsweise selten älter als acht Jahre.

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