Ob Echsen, Frösche, Schlangen, Spinnen – Exoten, die als Haustiere im Terrarium gehalten werden können, faszinieren immer mehr Menschen. Allerdings ist die Haltung exotischer Tiere nicht ohne. Wer seinen Lebensraum künftig mit einem Terrariumbewohner teilen möchte, sollte sich vorher so gut wie möglich informieren. Nicht selten sieht sich ein vermeintlicher Terrarienfreund schnell mit der Haltung überfordert.

In diesem Artikel, der als eine generelle Übersicht dienen soll, geht es um die Haltung von Exoten im Terrarium. Hier erfährst du, welche Tiere sich überhaupt dafür eignen, welche Anforderungen diese an ihre Halter stellen und welche technischen Voraussetzungen man erfüllen muss, um Exoten artgerecht zu halten.


Haustiere sind mit Abstand des Deutschen liebstes Hobby. Im Jahr 2019 lebte in fast jedem zweiten Haushalt ein Haustier, insgesamt waren es 34,4 Millionen Fell-, Feder- oder Schuppenträger. Hund und Katze führen dabei die Rangliste unangefochten an und auch Hamster, Vögel und Fischer erfreuen sich weiterhin uneingeschränkter Beliebtheit.

Doch immer mehr Menschen scheinen Hund, Katz‘ und Maus nicht mehr aufregend genug zu sein. Stattdessen entscheiden sie sich für Echsen, Schlangen oder Spinnen. Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland e.V (ZZF) schätzen, dass es in Deutschland rund 800.000 Terrarien gibt, in denen mehrere Millionen exotischer Tiere mehr oder weniger artgerecht gehalten werden.

Überforderte Halter und besorgte Bürger

Immer wieder kommt es allerdings vor, dass die Behörden von besorgten Bürgern alarmiert werden, weil es sich ausgesetzte oder entwischte Riesenschlangen in einem Vorgarten gemütlich gemacht haben oder weil ein Krokodil in einem Badesee gesichtet wurde. In den meisten Fällen war der Halter mit der Pflege seines Schützlings schlicht überfordert.

Dabei hätte ein Minimum an Recherche und Studium gereicht, um herauszufinden, dass man Echsen, Schlangen oder Spinnen nicht mal so nebenbei hält. Während ein Hund „einfach mitläuft“ und sich weitgehend an das menschliche Leben anpasst, kann man bei einem Pantherchamäleon lange darauf warten.

Sei realistisch!

Bevor du dich Hals über Kopf in den Aufbau eines Terrariums oder gar in den Kauf eines Exoten stürzt, solltest du dich und deine Situation so realistisch und ehrlich wie möglich einschätzen.

Hast du genug Platz, Zeit und Geld, um einem Tier ein artgerechtes Zuhause zu bieten? Und vor allem: Weißt du schon genug über die Ansprüche des Tieres, über Fütterung, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und die am häufigsten auftretenden Krankheiten?

Die beliebtesten Haustiere in Deutschland im Jahr 2019

Katzen: 13,7 Millionen leben in 22% der Haushalte
1. Britisch Kurzhaar
2. Britisch Langhaar
3. Main Coon

Hunde: 9,2 Millionen (18%)
1. Labrador
2. Französische Bulldogge
3. Chihuahua

Kleintiere: 6,1 Millionen (7%)
Dazu zählen Hamster, Kaninchen, Mäuse, Chinchillas etc

Vögel: 5,3 Millionen (4%)
Besonders Menschen ab 50 erfreuen sich ihrer Gesellschaft

Fische: 3,7 Millionen (2,8%)
Fische in Gartenteichen und Aquarien wurden zusammen gezählt

Exoten: 800.000 Terrarien (1%)
Die Bartagame zählt zu den beliebtesten Reptilien in Deutschland

Bist du dir darüber im Klaren, dass es sich bei Terrariumbewohnern um Tiere handelt, die man vor allem hält, um sie anzuschauen, nicht aber, um sie anzufassen? Die wenigsten Exoten eigenen sich als Kuscheltiere, auch wenn etliche Fotos im Internet die Menschheit in einem anderen Glauben lassen wollen. Nur, weil ein Tier keinen Satz von der Schulter eines Menschen macht und wegrennt, bedeutet das nicht, dass sich das Tier da oben wohl fühlt.

Dieser Artikel soll dir als Grundlage zur Beantwortung dieser Fragen und zur Selbsteinschätzung dienen. Mach dir nichts vor. Sicher ist ein Königspython ein ganzes Stück cooler als ein Wellensittich. Aber hast du, was du brauchst, um sechs Meter Königspython adäquat zu versorgen, die Fütterung von lebenden Mäusen eingeschlossen?

Bild einer Bartagame
Die Bartagame zählt zu den beliebtesten Exoten in Deutschlands 800.000 Terrarien

Von Wald bis Wüste – diese vier Grundtypen von Terrarien gibt es

Es gibt vier Hauptarten von Terrarien, die sich grundlegend voneinander unterscheiden. Bevor man sich auf einen Typ festlegen kann, muss man sich allerdings sicher sein, welchen Tieren man ein neues Zuhause schenken möchte. Nicht jede Form von Terrarium ist für jeden Exoten geeignet.

Das Regenwaldterrarium

In einem Regenwaldterrarium, manchmal auch Tropenterrarium genannt, wird ein Stück des Regenwaldes nachgebaut. Dazu zählt neben der entsprechenden Vegetation auch das für den Regenwald typische feucht-warme Klima.

Dichtes Kronendach

Ein großer Teil der Reptilien, die im Regenwald leben, machen es sich unter dichten Baumkronen gemütlich. Dies sollte in einem Regenwaldterrarium ebenfalls berücksichtigt werden, das daher im Idealfall höher als lang ist. Außerdem sind viele Regenwaldbewohner talentierte Kletterer. Starke Äste, die unter dem Gewicht der Reptilien nicht brechen, bieten den Tieren natürliche Bewegungsmöglichkeiten.

Sonne und Regen

Genau so wichtig wie die Bepflanzung ist das Klima in einem Regenwaldterrarium. Nicht nur sollte man dafür sorgen, dass die Tage und Nächte das ganze Jahr über mehr oder weniger gleich lang sind. Darüber hinaus muss man relativ wame Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleisten, damit die Tiere nicht austrocknen. Wer keine Vernebler oder Beregnungsanlage installiert, muss täglich mehrere Male manuell Wasser sprühen, um den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden (oder zumindest nahe zu kommen).

Zeit- und Kostenintensiv

Sicherlich ist ein Tropenterrarium im Wohnzimmer ein interessantes Biotop und ein echter Hingucker. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass sowohl die technikintensive Einrichtung als auch der Unterhalt des Regenwaldterrariums mit einer nicht unerheblichen Menge an Geld und Aufwand verbunden sind.

Das Waldterrarium

Das Waldterrarium ist den Baumbewohnern von halbfeuchten Wäldern vorbehalten. Das können Insekten, Spinnen oder Echsen sein. Da der Boden relativ feucht und teilweise sogar sumpfig gehalten werden sollte, eignen sich sogar einige Amphibien für diese Art des Terrariums.

Gemäßigtes Klima

Die Luftfeuchtigkeit in einem Waldterrarium ist mit der im Tropenterrarium nicht vergleichbar. Daher ist es relativ einfach, Pflanzen zu finden, die mit dem gemäßigten Klima bestens zurecht kommen. Efeu und Farne, die aus unserer Region stammen, eignen sich ebenso gut wie beispielsweise der Ficus pumila.

Licht und Schatten

Die Ansprüche ans Licht sind im Waldterrarium geringer als beispielsweise bei Wüstenterrarien. In der Regel kommen Neonröhren zum Einsatz, obwohl sich mit modernen LED-Lampen ein Lichtzyklus simulieren lässt, der dem in der Natur sehr ähnlich ist.

Das Wüstenterrarium

Heiß und trocken geht es in den Wüsten- oder Trockenterrarien zu. Hier fühlen sich die Bewohner von Wüsten oder Halbwüsten am wohlsten. Zu ihnen zählen unter anderem die Bartagame, der Leopardgecko, Kaiserskorpione oder der Maskenleguan.

Ständig wechselnde Bedingungen

Wer seiner Bartagame ein realistisches Wüstenklima bieten möchte, wie sie es in ihrer australischen Heimat findet, braucht eine Menge an Technik, um den ständigen Wechsel der Bedingungen zu garantieren. Während es am Tag extrem trocken und heiß ist, müssen die Temperaturen zur Nachtzeit deutlich gesenkt und die Luftfeuchtigkeit angehoben werden. Außerdem benötigen die Bewohner jede Menge Licht, um die lebensnotwendige Dosis an ultraviolettem Licht aufzunehmen.

Zur Festanstellung gesucht: Wüstendesigner

Als ich mein erstes Meerwasseraquarium eingerichtet habe, hat mir ein schlauer Mensch geraten: „Don’t buy the animal, be the animal“. Was er mir damit sagen wollte: Bevor du etwas für ein Tier baust oder tust, versetz dich in die Lage des Tieres. Finde heraus, was das Tier wirklich möchte und braucht und passe seinen Lebensraum dahingehend an. Was ein Mensch schön findet, ist nicht immer geeignet, um ein Tier glücklich zu machen.

Das gilt ganz besonders, wenn es zur Einrichtung eines Wüstenterrariums kommt. Sonnenplätze müssen genau so zur Verfügung gestellt werden wie schattige Bereiche. Viele Tiere verlangen Höhlen oder einen Untergrund, in dem sie graben können. Territoriale Tiere wie die Agame, die gerne ihr Revier verteidigen, benötigen geeignete Steine und Trockenpflanzen, die ihnen als Orientierungshilfe dienen.

Das Aquaterrarium

Das Aquaterrarium wird auch Paludarium genannt und stellt den Lebensraum von wasserliebenden Reptilien und Amphibien dar, deren Heimat die Feuchtgebiete unserer Erde sind. Das sind unter anderem Schildkröten, Frösche und Kröten oder Schlangen.

Ordentlich versumpft

Von einem Aquaterrarium spricht man erst dann, wenn etwa zwei Drittel der Gesamtfläche des Terrariums von Wasser und Sumpf bedeckt sind, während der Rest die Uferzone beheimatet. Bei der Einrichtung muss man darauf achten, Hölzer und Dekoration zu verwenden, die unter dem Einfuss von Wasser oder extremer Feuchtigkeit nicht faulen. Als Untergrund hat sich Kies aus der Aquaristik bewährt, der einen Großteil der Schmutzstoffe im Terrarium filtert und einfach zu reinigen ist.

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Bewohner von feuchtwarmen Regenwaldregionen fühlen sich im Aquaterrarium übrigens nicht wohl. Für sie muss man ein Regenwaldterrarium einrichten, dass sich schon in der Form und Größe komplett vom Paludarium unterscheidet.

Welche Exoten eignen sich für Terrarien-Anfänger?

Jede Spezies hat natürlich ganz individuelle Ansprüche an seinen Lebensraum. Während beispielsweise Kornnattern oder Gottesanbeterinnen verhältnismäßig einfach zu halten sind, muss man bei vielen Chamäleonarten, beim grünen Leguan oder einer Strumpfbandnatter schon einiges an Erfahrung mitbringen, um diesen Tieren gerecht zu werden.

Damit das Projekt Terrarium nicht schon mit den falschen Vorstellungen gestartet wird, liste ich im Folgenden einige Arten auf, die sich bestens für Anfänger in der Terraristik eignen.

Schildkröten

Foto einer Landschildkröte

Vor allem die Spornschildkröte und die Griechische Landschildkröte sind für Einsteiger bestens geeignet. Die Pflanzenfresser, die du mit Gras, Heu und vielen wild wachsenden Pflanzen wie Brennnesseln, Disteln, Klee, Giersch ebenso füttern kannst wie mit Basilikum und Beeren, wohnen in einem Trocken- oder Wüstenterrarium. Darüber hinaus brauchen diese Tiere aber einen Auslauf, der sich am besten in einem abgetrennten Bereich im Freien befindet, wo sich die Schildkröten ungestört bewegen können.

Diese Tiere halten jedes Jahr eine Winterruhe. Darauf muss sich der Halter vorbereiten und sich entsprechendes Wissen aneignen, um einen geeigneten Platz im Haus vorzubereiten.

Bartagamen

Foto einer Bartagame

Bartagamen zählen zu den beliebtesten Exoten in Deutschlands Terrarien. Das liegt möglicherweise daran, dass sie nicht nur toll aussehen, sondern zu den wenigen Arten zählen, die – regelmäßige Beschäftigung vorausgesetzt – zahm werden und eine Bindung zu ihrem Menschen entwickeln können.

Bartagamen stammen aus dem Wüstengebieten Australiens und benötigen daher ein Trockenterrarium. Bei der Planung des Habitats sollte man nicht zu geizig sein. Agamen können leicht einen halben Meter lang werden.

Gefressen wird, was auf den Tisch kommt: geriebene Möhren, Tomaten, Salat oder Gurken. Da Bartagamen Allesfresser sind, brauchen sie aber immer wieder mal einen proteinreichen Snack aus Insekten.

Geckos

Trinkender Gecko

Die meisten Geckos sind pflegeleicht. Es gibt sie – je nach Art – in vielen Farben und Größen. In Deutschland sind es vor allem die tagaktiven Taggeckos, die man immer wieder in den Terrarien findet. Aber auch Faltengeckos, Leopardgeckos, Madagaskar-Geckos oder Zwergwüstengeckos, die entweder zur Dämmerung oder in der Nacht aktiv sind, haben zahlreiche Freunde unter den Exotenfans.

Paarhaltung

Geckos mögen es nicht, auf sich alleine gestellt zu sein. Daher sollten diese Tiere mindestens zu zweit gehalten werden. Die Größe des Terrariums richtet sich nach der Anzahl der Tiere, die darin gehalten werden sollen. Für ein Pärchen sollte man mindestens eine Grundfläche von zwei Metern Länge und knapp einem Meter Breite sowie eine Höhe von etwa einem Meter zur Verfügung stellen. Sollen mehrere Männchen gehalten werden, ist es ratsam, die Fläche ein wenig größer zu gestalten, da zu wenig Platz schnell zu aggressivem Verhalten führen kann.

Mahlzeit

Geckos fressen Lebendfutter in Form von Grillen, Heuschrecken, Käfern und anderen Insekten. Der hohe Mineralbedarf der Geckos wird durch eine spezielle Mischung aus Kalk und Vitaminen gedeckt, die über das Futter gestreut wird.

Licht an!

Um zusätzliches Vitamin D bilden zu können, benötigen Geckos viel Licht in einem natürlichen Spektrum. Dafür kommen sowohl Halogenstrahler als auch Leuchtstoffröhren infrage, die ihre beste Wirkung erzielen, wenn sie kombiniert eingesetzt werden. Außerdem brauchen Geckos Plätze, an denen sie immer wieder mal ein Sonnenbad nehmen können, um die lebenswichtige Produktion von Vitamin D anzukurbeln.

Zum Angucken

Geckos sind von Natur aus scheue Tier und längst nicht alle werden mit der Zeit zutraulicher. Am glücklichsten wird man mit seinem Leopard- oder Taggecko, wenn man akzeptiert, dass es sich eher um ein Tier zum Beobachten und nicht um ein Kuscheltier handelt.

Bei der Pflege des Terrariums muss man sehr behutsam vorgehen und seine Sinne beisammen haben, denn Geckos sind rasend schnell. Durch die Lamellen unter ihren Füßen sind sie in der Lage, auf glatten Oberflächen senkrecht nach oben zu gehen und können sich sogar kopfüber an der Decke halten. Geckos können schnell aus dem Terrarium entwischen, wenn man nicht aufpasst.

Vogelspinnen

Waren sie vor wenigen Jahren noch eine seltene Rarität, trifft man sie heute immer häufiger in deutschen Terrarien an: die Vogelspinne. Grund dafür mag die relativ einfach Haltung der Achtbeiner sein, die sich bei Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent am wohlsten fühlen.

Vogelspinnen sind dämmerungs- beziehungsweise nachtaktiv. Tagsüber brauchen sie Ruhe und sollten nicht gestört werden. Um einen natürlichen Tagesverlauf der Sonne einschließlich einer Dämmerungsphase zu simulieren, gibt es LED-Anlagen, die individuell programmiert werden können.

Waldboden oder Baumkronen

Verschiedene Arten von Vogelspinnen bevorzugen verschiedene Lebensräume. Während sich einige auf dem Boden der Tatsachen am wohlsten fühlen, wollen andere hoch hinaus. Die Form und Größe des Terrariums sollte dem Rechnung tragen. Eine Spinne, die ihr Leben auf Bäumen verbringt, kann mit einem Terrarium, das nur wenige Zentimeter hoch ist, nichts anfangen. Im Umkehrschluss ist eine Grundfläche von 50 mal 50 Zentimetern für eine Spinne, die am Boden lebt, nicht genug. Dass das Terrarium zwei Meter hoch ist, spielt für Arten, die am Boden leben, keine Rolle und könnte sogar gefährlich werden. Stürzen sie beim Klettern ab, können sie sich Beine brechen oder sich am Hinterleib verletzen, wobei oft lebensnotwendige Körperflüssigkeit austritt.

Tischlein, deck dich

Während Vogelspinnen in der Natur auch vor kleinen Vögeln und Säugetieren nicht haltmachen, reichen ihnen im Terrarium Insekten. Grillen, Heimchen, Heuschrecken oder Schaben bekommt man in der Zoohandlung oder kann sie online bei Fachhändlern bestellen.

Exoten für Fortgeschrittene

Die Tiere, die du bislang kennengelernt hast, eignen sich auch für Anfänger, da sie eher robust sind und kleine Fehler in der Haltung großzügig verzeihen.

Davon kann bei den folgenden Exoten allerdings nicht die Rede sein und sie sollten nur von relativ erfahrenen Terrarianern gehalten werden, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere nicht zu gefährden.

Grüner Leguan

Vor gar nicht allzu langer Zeit war es schick, einen Leguan zu halten. Vor allem der Grüne Leguan, der übrigens nicht immer grün ist, sondern Färbungen von Graugrün bis Braungrün und sogar Rotorange aufweist, hatte es den Leuten angetan.

Was viele dieser Halter nicht wussten: Der Grüne Leguan kann bis zu 2,20 Meter lang werden und ein Körpergewicht von bis zu zehn Kilogramm erreichen. Das muss man sich räumlich erstmal leisten können, wenn man dem Tier einen adäquaten Lebensraum bieten möchte.

Überzeugter Veganer

Grüne Leguane sind ausschließlich Pflanzenfresser. Mit Blättern vom Eisbergsalat, Chinakohl oder Rettich, mit Löwenzahn oder Hibiskusblättern, gekochten Kartoffeln oder geriebenen Möhren kann man diesen Echsen eine Freude machen.

Dabei muss man penibel genau auf ein ausbalanciertes Verhältnis von Kalzium zu Phosphor achten, da es ansonsten zu Stoffwechselerkrankungen, vor allem Gicht, kommen kann. Daher sind Leckereien wie Bananen, Dosenobst, Mais, die meisten Kohlarten, Körner und vieles mehr absolut Tabu für Grüne Leguane.

Anspruchsvoller Bewohner

Leguane sind bekannt dafür, gerne zu klettern. Entsprechende Angebote dürfen in einem Terrarium genauso wenig fehlen, wie Sitz- und Ruheplätze und Orte zum Verstecken. Wer seinem Grünen Leguan eine besondere Freude machen möchte, der richtet ihm einen kleinen Teich ein. Das reicht zwar nicht zum Schwimmen, aber wenigstens kann er ab und zu ein wenig planschen.

Die Temperaturen im Terrarium müssen tropisch sein. Eine Tagestemperatur von 35 bis 37 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 95 Prozent sind genau richtig. Nachts müssen die Temperaturen dann deutlich runter und sollten sich zwischen 20 und 25 Grad einpendeln.

Neben „normalem“ Licht benötigen Leguane für eine gesunde Entwicklung UV-A und UV-B-Lampen. Nur so können sie lebenswichtige Vitamine produzieren.

Fidschi-Leguan

Der Fidschi-Leguan ist ein Verwandter des Grünen Leguans. Diese Echse wird „nur“ etwa 80 Zentimeter lang und braucht daher weniger Platz. Allerdings ist auch die Fidschi-Variante ähnlich anspruchsvoll wie der Grüne Leguan, wenn es zu Haltung und Fütterung kommt.

Fidschi-Leguane sollten einzeln gehalten werden. Unter Männchen kommt es beim Kontakt mit Artgenossen oft zu Kämpfen und Weibchen brauchen genügend Versteckmöglichkeiten, um den aufdringlichen Männchen zu entkommen.

Teuer, kompliziert und nur für Experten

Die Haltung von Leguanen ist nicht ohne. Fehler führen schnell zu Stress und gesundheitlichen Problemen bei den Tieren. Zudem ist viel Equipment vonnöten, um eine artgerechte Haltung überhaupt erst zu ermöglichen.

Anolis-Echsen

Anolis-Echsen zählen zu den Leguanartigen, werden aber bei weitem nicht so groß wie Leguane. Dafür sind sie aber mit Extras ausgestattet, von denen ein Leguan nur träumen kann. So können die meisten Anolis-Echsen die Hautfarbe wechseln und der Umgebung anpassen. Außerdem haben sie feine Lamellen unter ihren Füßen.

Hinsichtlich der Haltung allerdings haben Anolis-Echsen dann wieder viel mit Leguanen gemein, weswegen sie nur in einigermaßen erfahrene Hände gehören.

Exotenhaltung – Expert level

So, und jetzt kommen wir zu den Exoten, die man sich selbst als Fortgeschrittener noch für viele Jahre lieber in einem Buch oder bei einem echten Experten der Terraristik anschaut. Diese Exemplare gehören in absolut erfahrene Hände. „Möchten Sie das Tutorial überspringen und jetzt mit der Giftschlange beginnen?“ Nein, das wollen wir nicht und zwar aus vielen Gründen.

Schlangen

Schlangen stehen auf der inoffiziellen Anfängeruntauglichkeitsliste ganz weit oben. Sie sind in Deutschland von behördlicher Seite in Gefährlichkeitsgrade eingestuft und verschiedene Arten sind sogar meldepflichtig.

Giftschlangen sollte man den Schlangenexperten überlassen. Wer sich nicht auf die Gewinnung und den Verkauf von Schlangengift für die Herstellung von Antiserum spezialisiert hat, hat eigentlich keinen Grund, sich eine giftige Schlange zu halten.

Würgeschlangen wie die Boa constrictor oder der Python sind zwar relativ einfach zu halten, sie wachsen allerdings zu Größen heran, die in einer normalen Wohnung nur noch schlecht zu handhaben sind. Eine ausgewachsene Boa bringt es spielend auf zwei bis drei Meter, ein Python erreicht das Doppelte. Entsprechend groß müssen auch die Terrarien sein, um den Tieren ein angemessenes Umfeld zu bieten.

Unterschiedliche Ansprüche

Schlangen sind wechselwarme Tiere. Sie benötigen daher eine bestimmte Lufttemperatur und -feuchtigkeit, um lebensfähig zu sein. Das kann in Terrarien, die für einen Python geeignet sind, nur mit dem Einsatz von teurer Technik bewerkstelligt werden, deren monatlicher Unterhalt auch nicht unerheblich ist. Je nach Schlangenart unterscheiden sich die Ansprüche an den Lebensraum natürlich, weswegen man auch nicht problemlos verschiedene Arten vergesellschaften kann oder sollte.

„Rare, medium oder well done?“ „Geht auch lebendig?“

Schlangen sind Fleischfresser. Wer sich jetzt fragt, warum er oder sie noch nie Schlangenfutter in der Tierhandlung gesehen hat, der hat nur in der falschen Ecke geguckt. Nicht bei den Dosen und den Säcken. Schlangenfutter befindet sich meistens bei den Hamstern und Meerschweinchen, hat aber seinen eigenen Käfig.

Zu den Lieblingsspeisen von Schlangen gehören Küken, Mäuse, Ratten oder Zwergkaninchen. Während sich einige Schlangenarten mit Tiefkühlware zufrieden geben, muss es für andere lebendiges Futter sein. Wer ein Problem damit hat, ein niedliches Zwergkaninchen seinem Python zum Fraß vorzuwerfen, der sollte sich die ganze Schlangennummer noch mal gut überlegen. Auch wenn erwachsene Schlangen nur alle zehn bis vierzehn Tage gefüttert werden müssen, ist das nicht für jeden gemacht und manche gewöhnen sich nie daran.

Chamäleons

Chamäleons sind nicht nur wunderschön und zählen aufgrund ihrer Farbenpracht unter den Reptilien zu den bekanntesten Vertretern, sie sind auch ziemlich anspruchsvoll, was die Haltung anbelangt.

Das beginnt schon mit abwechslungsreichem Futter in Form von lebenden Insekten. Dazu eignen sich Goldfliegen, Heuschrecken, Larven, Mehlwürmer, Schaben oder Wachsmotten. Selbst im Freien gefangene Insekten kann man seinem Chamäleon anbieten. Dazu gibt es Grünfutter und Trockenfutter, das man in speziellen Zoohandlungen kaufen kann.

Präzise Bedingungen

Lufttemperatur und -feuchtigkeit müssen bei diesen Tieren präzise geregelt werden. Verschiedene Arten legen beispielsweise Wert auf eine stärkere Absenkung der Temperaturen in der Nacht, was dann nur noch mit einer Klimaanlage zu bewerkstelligen ist.

Das Terrarium sollte der Größe des Tieres angepasst sein. Die Länge und Höhe sollte dem Vierfachen des Chamäleons entsprechen, die Breite dem Zweieinhalbfachen. Die Ausstattung muss sorgfältig gewählt werden um den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden.

Artenschutz

Chamäleons fallen unter das Artenschutzgesetz. Daher ist die Haltung in Deutschland meldepflichtig. Ohne eine dokumentierte Berechtigung ist die Haltung nicht erlaubt.

Fazit

Wenn es unbedingt ein Terrarium und ein exotisches Tier sein muss, dann solltest du ganz unten anfangen. Am besten mit einem Buch. Von da aus sollte dich dein Weg in verschiedene Fachforen führen, wo sich erfahrene Terrarianer austauschen und von ihren Erfahrungen berichten.

Wer sich Hals über Kopf in dieses Hobby stürzt, läuft Gefahr, sich auf mehreren Ebenen zu übernehmen. Die Haltung von Exoten ist äußerst zeitintensiv, kann extrem kostspielig sein und ist in vielen Fällen nichts für Zartbesaitete, wenn man mal an die Fütterung der ganzen Fleischfresser denkt.

Anmerkung

Dieser Artikel hat nur an der Oberfläche dessen gekratzt, was wirklich täglich und monatlich anfällt, wenn man Exoten im heimischen Wohnzimmer hält. Du darfst ihn gerne als Entscheidungshilfe GEGEN, solltest ihn aber in keinem Fall als alleinige Begründung FÜR die Haltung von Exoten verwenden.

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